Die Klappe fällt im St. Vincenz Altenheim

Regisseur Tobit Kochanek und Kameramann Jacob Kohl proben eine Szene.
Regisseur Tobit Kochanek und Kameramann Jacob Kohl proben eine Szene.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Dreharbeiten zu dem Universitäts-Abschlussfilm „Am Haarstrang“ dauern acht Tage. Einen davon verbringt das Team um Regisseur Tobit Kochanek im St. Vincenz Altenheim in Menden, wo mehrere wichtige Szenen gedreht werden.

Menden..  Um Szenen für den Uni-Abschlussfilm „Am Haarstrang“ in den Kasten zu bekommen, dreht Tobit Kochanek mit seinem Team für einen Tag in Menden. Im St.-Vincenz-Altenheim entstehen wichtige Szenen für das Projekt. Der Kurzfilm ist Kochaneks Abschlussarbeit für das Studium der Szenischen Künste an der Universität Hildesheim.

Zwischen Menden und Hildesheim liegen aber gut 250 Kilometer Autobahn, wieso wurde denn gerade die Hönnestadt als idealer Drehort für das Kurzfilmprojekt ausgewählt? Die Antwort ist ganz einfach: Tobit Kochanek ist Werler und kennt sich gut aus in der Gegend. Die Verbindung zum St.-Vincenz-Altenheim stellt sein Vater her, schließlich leitet Johannes Kochanek die Einrichtung seit vier Jahren.

Nicht auf ein Genre festlegen

„Am Haarstrang“ erzählt eine „Coming-of-Age-Geschichte“, sagt Produktionsleiterin Clara Wölk. Es gehe schließlich um den Umbruch vom Jungen zum Mann. Auf ein Genre wolle sie sich nicht festlegen: „Der Film ist nicht strikt als Drama zu bezeichnen.“

Die Geschichte handelt von dem Abiturienten Daniel, der im Gegensatz zu seinen besten Freunden Matze und Felix nicht genau weiß, was er machen will. Zudem versteht er sich nicht gut mit seinem Vater Klaus, und sein Großvater liegt im Altersheim im Sterben. Keine einfache Situation für Daniel.

Das Besondere an der Produktion von „Am Haarstrang“ ist die sehr unkonventionelle Vorgehensweise, den Film zu drehen. Zwar gibt es die Geschichte, die sich Tobit Kochanek ausgedacht hat, aber ein richtiges Drehbuch existiert nicht. Kochanek gibt keine konkreten Regieanweisungen, sondern lässt die Gespräche sich entwickeln und gibt nur einen groben Rahmen vor. Dadurch soll der Film an Authentizität gewinnen.

Authentisch und natürlich

Dass die Szenen – bis auf ein paar Einstellungen, die in der Nacht gedreht wurden – nicht eingeleuchtet werden, spart nicht nur enorm viel Zeit und vor allem Geld, es lässt die Bilder auch viel natürlicher und authentischer wirken.

Zudem ist hilfreich, dass bis auf die größeren Rollen die restlichen Personen echte Menschen in echten Situationen sind, so wie im Altersheim zum Beispiel die älteren Leute. Bei einem anderen Drehtag auf einem Schützenfest agiert die Filmcrew zwischen den Besuchern der Feier. „Wir machen aus den Motiven das, was wirklich da ist“, erklärt die Produktionsleiterin. Kochanek lege viel Wert auf Improvisation und echte Momente.