Diät-Expertin aus Menden: "Ostereier sind nicht tabu"

Sandra Suermann ist Diät-Assistentin im Mendener Vincenz Krankenhaus mit großer Vorliebe für Süßigkeiten.
Sandra Suermann ist Diät-Assistentin im Mendener Vincenz Krankenhaus mit großer Vorliebe für Süßigkeiten.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wer abnehmen will, braucht nicht zu hungern. Diät-Assistentin Sandra Suermann aus dem Mendener Vincenz-Krankenhaus gibt Tipps für die richtige Diät.

Menden.. Zum Osterfest am Sonntag wird bei vielen ein Festschmaus auf dem Tisch stehen – und nicht wenige wird dann das schlechte Gewissen wegen der Feiertagsschlemmerei plagen.

Diät-Assistentin im St.-Vincenz-Krankenhaus

Sandra Suermann gehört auch nicht zu denen, die Leckereien verstoßen: „Ich liebe Pizza, Pommes, Süßigkeiten und vor allem Kuchen“, sagt die 42-Jährige. Dabei achtet sie im St.-Vincenz-Krankenhaus bei den Patienten genau darauf, was auf den Teller kommt, denn schließlich hilft Suermann als Diät-Assistentin dabei, die Ernährung umzustellen, um somit ein bisschen gesünder zu leben und vielleicht auch ein paar ungeliebte Kilogramm loszuwerden.

Täglich Brot Von einer schnellen Radikal-Diät rät sie entschieden ab: „Essen ist Lebenskultur und sollte Spaß machen. Viele Leute kasteien sich selbst und essen nur ganz wenig. Eine Diät sollte man für sich selbst machen“, erklärt sie. Außerdem hätten Radikaldiäten den negativen Nebeneffekt, dass die Pfunde schnell wieder zurückkehren. „Zwei Jahre sind die kritische Marke“, weiß sie aus Erfahrung.

Das altbekannte Sprichwort: „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler“ habe immer noch Relevanz. Denn morgens brauche der Körper Energie, um in den Tag zu starten. „Man schiebt ja auch nicht erst das Auto an und füllt danach Benzin ein“, erklärt Suermann. Auch solle man immer Hunger gegen Appetit abwägen: „Wir müssen wieder lernen, satt zu werden. Eine Feier ist für viele erst gelungen, wenn der oberste Knopf geplatzt ist.“

Von einer Verteufelung von Light-Getränken sieht die Ernährungs-Expertin ab. Ihre Empfehlung geht aber dennoch in eine andere Richtung: Wasser und ungesüßte Tees stehen ganz weit oben in ihrer Gunst.

Bewegung spielt eine entscheidende Rolle

Und natürlich spielt Bewegung eine entscheidende Rolle. 70 Prozent Ernährung, 30 Prozent Bewegung sei der Schlüssel zum Erfolg schätzt sie. Sie selbst geht drei- bis viermal pro Woche laufen. 10 000 Schritte solle man täglich machen, was in etwa fünf Kilometern entspricht.

Ostern Für Freunde des österlichen Genusses gibt es Entwarnung. Man müsse nicht auf die leckere Sauce hollandaise Spargel verzichten. Lediglich in der Sauce schwimmen sollten Gerichte nicht. Auch steht das Osterei nicht auf dem Index: „Selbst für Leute, die einen hohen Cholesterinspiegel haben, sind Eier nicht tabu. Man sollte es nur nicht übertreiben."

Gemeinsam abnehmen ist viel leichter

Suermanns bester Abnehmtipp ist, sich einer Gruppe anzuschließen. Gemeinsam sei das Gewichtverlieren viel leichter. Und das sei gar nicht teuer: „Einfach mal bei den Krankenkassen anrufen und fragen, ob und inwieweit die die Kosten übernehmen, das sind meistens so 80 Prozent. Die Kassen haben auch eigene Ernährungsberater“, weiß Suermann, denn schließlich sind „die Krankenkassen gute und kompetente Partner.“