Der stillste Tag hat in Menden besonderen Rang

Menden..  Der Karfreitag als stillster Tag des Jahres hat sogar erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben. Der Gesetzgeber in Deutschland untersagt Sportveranstaltungen und viele gesellige Ereignisse. In Menden schließen sogar mehrere Gasthäuser freiwillig.

Tod auf dem Hügel Golgatha

Christen verbinden mit dem Karfreitag untrennbar das Leiden und die qualvolle Hinrichtung Christi am Kreuz auf dem Hügel Golgatha vor den Toren Jerusalems.

Als Todesstunde Christi gilt 15 Uhr. Bis heute läuten an vielen katholischen Kirchen freitags um 15 Uhr die Glocken. 15 Uhr ist bis heute auch jene Zeit, zu der Karfreitag in den katholischen Kirchen im Gedenken an die biblischen Ereignisse die Liturgie gefeiert wird.

Seit jeher hat der Karfreitag für evangelische Christen eine überragende Bedeutung im Jahreskreis. Früher galt er vielen als „höchster Feiertag“, wurde aber vom Osterfest abgelöst. Die Reformatoren hatten im Tode Christi vor allem die Erlösung aus Sünde und Schuld für Menschen gesehen.

In der katholischen Kirche ist der Karfreitag eingebunden in das so genannte Triduum (heilige drei Tage mit Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern).

Bei den christlichen Konfessionen besteht weitgehend Einigkeit, dass der Tod Christi am Karfreitag und seine Auferstehung, die Ostern gefeiert wird, zusammengehören.

Erstmals begeht die katholische Kirche in Menden das Triduum in besonderer Weise einzig noch in den Pfarrkirchen der Stadt, um so auch eine liturgische Einheit an zentralen Orten zu gewährleisten.

Die Evangelische Kirche in Menden unterstreicht die Karfreitag-Bedeutung dadurch, dass alle Gottesdienste mit Abendmahl gefeiert werden, was ansonsten im vierzehntäglichen Zeitraum geschieht.

Besonderheit für Menden: Seit dem Jahr 1684 kommt der Mendener Kreuztracht eine überragende Bedeutung zu. Von Gründonnerstagabend, 21 Uhr, bis Karsamstag, 6 Uhr, wird von der Vincenz-Kirche das Kreuz stündlich – es gibt nur drei Abweichungen – zum Rodenberg und wieder zurückgetragen wird. In keiner anderen Stadt gibt es eine ähnliche Symbolik. Die Kreuztracht-Prozessionen sind dabei längst nicht mehr an Konfessionszugehörigkeit gebunden.

Nicht von ungefähr hat das Ökumenische Forum zum nunmehr zehnten Mal eine eigene Kreuztracht am Karsamstagmorgen ab 5 Uhr gestaltet und alle öffentlich zur Teilnahme eingeladen.