Der Leistungsdruck für Grundschüler wächst
17.01.2012 | 16:59 Uhr 2012-01-17T16:59:00+0100
Menden.Schon in der Grundschule lastet heute enormer Leistungsdruck auf jungen Schülern. Doch oft ist dieser Druck hausgemacht, denn Ziel vieler Eltern ist es, dass die Sprösslinge als weiterführende Schule das Gymnasium besuchen. Das haben auch Schulen und Nachhilfeinstitute erkannt und richten ihr Angebot speziell auf die Bedürfnisse von Grundschülern aus.
„Der Erwartungsdruck ist sehr hoch, die Kinder sind einfach überfordert“, sagt Marjam Majd. Die psychologische Beraterin bietet seit Mai Nachhilfe nur für Grundschüler an. Der Leistungsdruck variiert ihr zufolge selbst in Menden von Wohngebiet zu Wohngebiet. „Man kann beobachten, dass der Leistungsdruck für Kinder, die in Bösperde oder Halingen wohnen, viel höher ist als für Kinder, die beispielsweise auf Platte Heide wohnen“, fasst Marjam Majd ihre Erfahrungen zusammen.
Von der Gütegemeinschaft Integrations- und Nachhilfe e. V. und dem RAL, dem Deutschen Institur für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., wurde Marjam Majd jetzt das RAL-Gütezeichen verliehen, somit ist die private Nachhilfeschule das einzige Institut seiner Art in Menden. Zurzeit betreut die psychologische Beraterin zwölf Grundschulkinder. Bei dieser Anzahl möchte sie es auch belassen, denn „sonst ist eine individuelle Betreuung nicht mehr möglich und die Betreuung wird zu oberflächlich“.
Genau in diesem Punkt sieht Marjam Majd auch das Problem der Hausaufgabenbetreuung an der OGS. „Die Gruppen dort sind sehr groß und es fehlt oft die Zeit, um auf die individuellen Probleme der Kinder einzugehen“, erklärt sie. Erschwerend komme hinzu, dass manche Klassen immer größer werden. „Das macht es den Lehrern natürlich schwer, Schwächen und Stärken der Kinder richtig einzuschätzen“, so Marjam Majd.
Damit die Nachhilfe auch wirklich fruchtet, führt Marjam Majd im Vorfeld lange Gespräche mit den Eltern und macht Tests mit den Kindern. „Mathematik und Deutsch sind die klassischen Nachhilfefächer, auch bei mir“, weiß die psychologische Beraterin. Doch gerade im Fach Deutsch könnten die Eltern selber einiges zum Erfolg der Sprösslinge beitragen. „Lesen, lesen, lesen – und wenn es nur 15 Minuten am Tag sind“, rät Marjam Majd den Eltern.
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