Der erste Wettbewerb in 138 Vereinsjahren

Beim Zuccalmagio-Festival mit Volksliedern agierte der MGV Liederkranz Schwitten 1877 erfolgreich.
Beim Zuccalmagio-Festival mit Volksliedern agierte der MGV Liederkranz Schwitten 1877 erfolgreich.
Foto: WP

Menden..  Jedes Jahr stellen sich Chöre in NRW einer Jury und singen um goldene, silberne uns bronzene Medaillen und Pokale. Dieses Jahr richtete erneut der Chorverband Hönne-Ruhr das Zuccalmaglio-Festival mit Volksliederpokalsingen aus. Am Sonntag nahmen 13 Chöre und Ensembles aus dem ganzen Land teil, die alte Dame Wilhelmshöhe verwandelte sich einmal mehr in ein großes Konzerthaus.

Mit dem Männergesangverein (MGV) „Liederkranz“ Schwitten 1877 und „VokalArt“ Menden waren zwei heimische Chöre am Start, Heinz-Dieter Baumeister, Kreischorleiter im Chorverband Hönne-Ruhr (CVHR), war mit seinem Frauenchor Eisborn dabei. Während die Damen und „VokalArt“ alte Hasen beim Zuccalmaglio-Festival sind, war es für die Herren aus Schwitten eine Premiere. In der 138-jährigen Vereinsgeschichte war dies der allererste Wettbewerb für den „Liederkranz“.

Entsprechend angespannt waren die Herren, deren Altersdurchschnitt mit 65 Jahren recht hoch ist für einen Wettbewerbsneuling. „Unser ältester Sänger Willy Bartmann ist 90. Leider konnte er nicht mitsingen, weil er im Krankenhaus liegt“, erzählte Horst Grünschläger, Vorsitzender in Schwitten, und schickte herzliche Genesungswünsche an den Sangesbruder im Namen des Chores. Der MGV „Liederkranz“ nahm am Volksliederpokalsingen teil. Die dafür vorbereiteten Stücke waren „Abendfrieden“ im Satz von Rudolf Dresch, „Der Wanderer“ nach Gerd Sorg und „O du schöner Rosengarten“ in einem Satz von Kurt Lissmann. Weil die Herren bereits der zweite Chor des Tages waren, fiel die Nervosität schnell von ihnen ab. Souverän intonierte der MGV seine Vorträge. „Die Spannung steigt“, waren sich Horst Grünschläger und Chorleiter Andreas Schlünder einig. Auch für ihn war der Wettbewerb am Sonntag eine Premiere. Wie die Herren im Endeffekt anschnitten, spielte nur eine untergeordnete Rolle, denn „Wir können uns keinen besseren Dirigenten wünschen, denn er hat uns gezeigt, was in uns steckt“, so Horst Grünschläger.

Am Ende urteilte die dreiköpfige Jury -- Landeschorleiterin Claudia Rübben-Laux und die Musikausschuss-Mitglieder Margitta Grünwald und Klaus Peter Jamin – wie folgt: 19 Punkte und damit Bronzepokal.

Der Frauenchor Eisborn nahm am Zuccalmaglio-Festival teil und konnte die Jury mit seinen vier Beiträgen überzeugen. Die Stücke „Andante“ von ABBA und „Endlose Nacht“ aus dem Musical „Der König der Löwen“ hatte Chorleiter Heinz-Dieter Baumeister selbst arrangiert. Für ihre Interpretation des Weather-Girls-Klassikers „It’s raining Men“ hatten die Damen eine kleine Choreographie erarbeitet, außerdem trugen einige Sängerinnen zur „Endlosen Nacht“ Masken, die denen aus dem Musical nachempfunden waren. Die Jury würdigte die Leistung mit einer Silbermedaille.

Einsatz hat sich gelohnt

Der Männerchor „VokalArt“ sang ebenfalls im Rahmen des Zuccalmaglio-Festivals um eine Medaille. Gewohnt locker und qualitativ absolut hochwertig trugen die zehn Herren und Chorleiter Klaus Levermann „Es waren zwei Königskinder“, „Das Rendezvous“, „Ihr von Morgen“ nach Udo Jürgens und ein grandios verjazztes „La-le-lu“ vor. Aus ihrem Auftritt machten „VokalArt“ eine eigene kleine Geschichte, indem sie die Lieder in kleinen gespielten Szenen miteinander verbanden. Die Sänger Dirk Stracke und Marcel Buckert schlüpften dazu einmal mehr in ihre bereits mehrfach erprobten Rollen als Heinz Erhardt und Marcel Reich-Ranicki. Da musste auch die sonst so konzentrierte Jury herzhaft lachen. Der Einsatz hat sich gelohnt, denn „VokalArt“ ersang sich eine Goldmedaille.