Den Zauber der Astronomie in Fotos einfangen

Mendens Kulturbüro-Leiter Michael Roth bei der Ausstellungseröffnung.
Mendens Kulturbüro-Leiter Michael Roth bei der Ausstellungseröffnung.
Foto: WP

Menden..  „Die Tatsache, dass man etwas über den Himmel weiß, ändert an seinem Zauber nichts“, zitierte Michael Roth in seiner Begrüßungsrede den bekannten Astronomen Harald Lesch und führte dieses sogar noch weiter aus: Der Zauber würde sogar noch verstärkt. Eingefangen in Fotografien lässt sich die Magie der Sterne derzeit in der Ausstellung der Sternfreunde Menden im Rathausfoyer bestaunen.

Zum Anlass ihres 50-jährigen Jubiläums blickten die Sternfreunde am Sonntag bei der Eröffnung der Ausstellung auf ein lange Geschichte der Sternwarte auf der Platten Heide und die Entstehung der Bilder zurück.

Durch enormes Interesse nach einem VHS-Kurs in den 60ern wurde 1965 der Verein der Sternfreunde gegründet. „Die VHS war damals schon ein beliebtes Zentrum für wissenslustige Menschen“, berichtet Gründungsmitglied Norbert Kirchhoff. Die Zeit der Ufos und Aliens weckte so bei vielen das Interesse an der Astronomie.

In der Anfangszeit nutzten die Sternfreunde für ihre Beobachtungen der kosmischen Strukturen mit einem selbstgebauten Teleskop die Gärten von Freunden. Heute ist die Sternwarte am Hülschenbrauck der feste Sitz der Sternfreunde, mit mehreren Teleskopen und einer speziellen Ausrüstung, um die Sternbilder digital einzufangen. Im Gegensatz zu früher, so erzählte Norbert Kirchhoff, wo die Fotos noch mit einem Diafilm erstellt wurden, macht erst die digitale Technik solche Aufnahmen möglich. Mit verschiedenen Hilfsmitteln wie Karten und GPS lassen sich Sterne und verschiedene Konstellationen sehr präzise und schnell finden. „Dadurch geht leider das Suchen der Sterne verloren“, erinnerte sich das Gründungsmitglied wehmütig zurück.

Anspruchsvolle Ausstattung

Unumstritten ist jedoch der Vorteil, den diese Technik für die Astrofotografie mit sich bringt. Höchst komplexe Vorgänge sind nötig, um ein Bild, wie es in der Ausstellung im Rathaus zu finden ist, entstehen zu lassen. Neben den Grundbedingungen wie einem sternenklaren Himmel, dass kein heller Vollmond am Himmel steht und – im speziellen Fall der Sternfreunde, dass die Flutlichter des Sportplatzes nicht erleuchtet sein dürfen, ist auch die Ausstattung von zwei Teleskopen und zwei Astrokameras wichtig.

„Im Gegensatz zu menschlichen Modellen bewegt sich unser Motiv“, erläuterte der erste Vorsitzende Valentin Dinus und wies so auf der Problem der Erdumdrehung hin. Mit Hilfe einer speziellen Aufstellung für die Teleskope ließe sich dieses Problem nachjustieren. „Ein Astrofoto hat nichts mit einem normalen Foto zu tun“, erklärte der erste Vorsitzende. Ein Astrofoto besteht aus vielen verschiedenen Fotos, die digital zusammen gesetzt werden. Teilweise entstehen die Fotos sogar an verschiedenen Abenden. Der Aufwand für ein einzelnes Foto ist somit enorm.