Den Wasserspiegel einmal von unten betrachten

Fröndenberg..  Ein Tor in eine unbekannte Dimension hat sich jetzt im Ladenlokal des Kunstvereins an der Alleestraße geöffnet. Tina Terras und Michael Walter zeigen in ihrer Ausstellung „Sliders“ Unterwasserfotos.

Fotos entstehen im Pool

Diese entstanden allerdings nicht am Great Barrier Reef oder an anderen Orten der Ozeane, sondern in einem 135 Zentimeter tiefen Becken oder in Pools. Auch zielten die Objektive der Fotografen nicht auf die üblichen Wasserbewohner, sondern auf Menschen. Die Spezialität des kongenialen Paares sind Unterwasseraufnahmen. Unter dem Titel „1000 Liter Fotos“ produzieren die beiden Künstler in Kiel professionelle Aufnahmen in außergewöhnlichem Rahmen.

Kunstverein-Vorsitzender Peter Trautner war so begeistert von den ausdrucksstarken Werken, dass der Kunstverein nun zwölf großformatige Bilder und zwei Banner zeigt. „Bei der Betrachtung der Bilder gibt es kein Oben und kein Unten. Durch die im Wasser herrschende Schwerelosigkeit sind die Bilder von allen Seiten zu betrachten“, erklärt Peter Trautner.

Der Mensch sei es auch nicht gewohnt, den Wasserspiegel von unten zu erleben. So eröffne das Spiel mit ihm den Durchgang in neue Dimensionen. Die beiden Künstler arbeiten mit Digitalkameras.

Die Arbeit unter Wasser eröffnet neue Möglichkeiten und Perspektiven. Die Menschen werden arrangiert, die Aufnahmen zusätzlich bearbeitet. „Zum ersten Mal wurde uns eine Ausstellung digital angeliefert. Die Werke kamen in Form von Dateien nach Fröndenberg. Hier wurden sie dann auf große Hartschaumplatten gedruckt“, erklärt Trautner den Weg der Kunstwerke von Kiel in die Ruhrstadt. Die zwei bedruckten Banner hängen in den Schaufenstern des Ladenlokals. Im Luftzug wirken die Motive wie im Wasser bewegt.

„Wir haben die Bilder nach unserem Empfinden aufgehängt, denn die Künstler konnten zur Ausstellungseröffnung nicht anwesend sein. Die Tochter von Tina Terras hat vor wenigen Tagen in Südfrankreich eine kleine Enkeltochter geboren“, berichtet Trautner. Diese ersten Tage des Lebens ihrer Enkeltochter wollte die aus Portugal stammende Tina Terras miterleben.

„Hier trifft viel Neues zusammen. Es ist die allererste Ausstellung der beiden Künstler, und die Fotos werden zum ersten Mal in einem solch großen Format gezeigt“, so Trautner.