Den Blick auf die Zukunft gerichtet

Menden..  Wer einen 90-Jährigen zum Geburtstag befragt, der blickt in aller Regel in die Vergangenheit. Nicht so beim Mendener Ehrenbürger Prof. Dr. Wildor Hollmann. Er redet viel lieber über Zukunftspläne, für ihn geht es nach vorne – als nächstes mit der heutigen Geburtstagsfeier in der Familie. Und dann mit dem Festvortrag, den er am nächsten Freitag, 6. Februar, anlässlich der Großveranstaltung zu seinem Geburtstag im Hörsaal Nr. 1 „seiner“ Deutschen Sporthochschule in Köln halten will.

Was dort viele überraschen wird: Der für seine Forschungen vielfach ausgezeichnete „Papst der Sportmedizin“ spricht nicht über sein Spezialgebiet. Dieser Vortrag dreht sich um Existentielles: „Die Realität? Unsere neues Weltbild“ handelt von der Frage, wie und warum sich Wissenschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer stärker auf die Religion zubewegt. Reißt Hollmann das auch nur an, hört man wie gefesselt zu – den Rahmen eines Zeitungsartikels würde das Thema indes sprengen. Nur soviel: Die Wissenschaft selbst belegt laut Hollmann, dass es eine gestaltende Kraft statt des darwinschen Zufalls geben muss. Das erklärt den zahlreichen Ehrengästen „ein Urmendener Katholik, der in der Vincenzkirche getauft wurde“.

Zehn Stunden täglich arbeitet der 90-Jährige wie eh und je in seinem Kölner Uni-Büro. Zuletzt hatte er 13 Doktoranden, hält regelmäßig Vorlesungen und Vorträge. Und Hollmann lebt vor, was er lehrt: „Ich treibe drei Mal pro Woche Sport im Fitnesscenter.“ Das Geheimnis eines langen und aktiven Lebens kennt der Kardiologe seit den 1960er Jahren, als die US-Forschung erstmals Risikofaktoren aufzählte. Heute rät er: „Fragen Sie Ihren Arzt nach Ihren Risikofaktoren – und was Sie dagegen tun können!“ Auch das Halten des Normalgewichts sei enorm wichtig für ein langes Leben.

Gefeiert wird der Mendener Junge, der zum Weltbürger wurde, nicht nur in Köln und Brüggen, wo er lebt und ebenso Ehrenbürger ist wie in Menden oder an der Kölner Uni. „Auch aus Tokio, wo ich 21 Male war, weiß ich, dass der Geburtstag gewürdigt wird“, schmunzelt Hollmann. Daran könne er leider nicht teilnehmen, in Köln und Brüggen aber schon. In Menden läuft die Festplanung (Infobox).