Debatte ums Selbstverständnis

Menden..  Eine leidenschaftliche Debatte um ihr Selbstverständnis führten Mitglieder des Integrationsrates der Stadt am Mittwochabend. Auslöser war der Vorschlag von Stefan Band (Grüne), das Gremium möge künftig bei ausländischen Vereinen oder Gemeinden tagen. „Dann ginge man raus zu den Problemen, statt hier Tagesordnungspunkte zu Rechtsfragen abzuarbeiten, die am nächsten Tag vergessen sind.“ Damit spielte Band auf die zuvor strittige Empfehlung an, der Stadtrat möge der Landesregierung nahelegen, dass Migranten nach fünf Jahren in Deutschland auch ohne hiesige Staatsangehörigkeit wählen dürfen. Die Frage hatte der Integrationsrat bei CDU-Enthaltung bejaht, sodass die Diskussion nun im Stadtrat fortgeführt wird.

Doch mit der Idee, außerhalb des Ratssaals zu tagen, wie es laut Gabriele Tönnesmann (SPD) auch Kultur- und Schulausschuss häufig tun, stießen beide auf Widerstand: „Aus Migrantensicht kann ich sagen: Es ist für uns eine Ehre, hier im Ratssaal tagen zu dürfen, wo sonst nur die Politiker sitzen“, sagte der griechischstämmige Vorsitzende Nikolaos Paraschos (CDU). Besuche in Vereinen und Gemeinden habe es jahrelang gegeben, auch, als der Integrationsrat noch Ausländerbeirat hieß. Inzwischen werde man dank der gestärkten Rechte des Integrationsrates anders wahrgenommen, auch von der Verwaltung. „Außerdem sind wir in unseren Vereinen und Gemeinden bestens vernetzt, nutzen die sozialen Medien und arbeiten mit den Integrationsbeauftragten Rüdiger Midasch und Boie Peters bestens zusammen“, sagte Paraschos. Somit sei es nicht notwendig, ausgerechnet über Sitzungsbesuche Kontakte zu knüpfen. Was laut Midasch auch in früheren Tagen schon nicht geklappt habe. Beratungen außerhalb des Ratssaals seien auch aus seiner Sicht „kein Allheilmittel“ zur Pflege von Beziehungen oder Erkundung von Problemen.

Das seit einem Jahr bestehende Gremium entschied schließlich, einem Vorschlag von Boie Peters zu folgen und sich außerhalb des Sitzungsturnus’ zu einem Abend zusammenzufinden, der dem Kennenlernen der Mitglieder untereinander dienen soll. Mit dieser „Teambildung am Grill“ zeigte sich auch Stefan Band einverstanden.