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Falschparker des Jahres?

Dauerzoff nach Ostersonntags-Stau in Menden

10.03.2016 | 07:00 Uhr
Dauerzoff nach Ostersonntags-Stau in Menden
Das blaue Auto behinderte die Busse am Südwall.Foto: Martina Dinslage

Menden.  Hat er falsch geparkt oder nicht? Ein Wuppertaler will die Schadensersatzforderung der MVG nicht akzeptieren. Der Streit ist vor Gericht.

Es war der Mega-Stau am Ostersonntag 2015 schlechthin. Am Südwall stauten sich Busse und ungezählte Autos hinter einem geparkten Auto. Schnell war vom „Falschparker des Jahres“ die Rede. Auch ein Jahr später ist der Ärger noch nicht verflogen. Der Wuppertaler Fahrer des abgestellten Wagens wehrt sich gegen eine Schadensersatzforderung der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) und kehrt den Spieß um. Der Busfahrer trage doch selbst Schuld. Der Ton ist scharf.

„Ich habe nicht falsch geparkt“, sagt der Fahrer, der sein Auto in der überwiegend einspurigen Straße kurz hinter der Haltestelle am abgestellt hatte. Es hätten vorher noch andere Busse die Engestelle passiert. „Ich kann nichts dafür, wenn sich der Fahrer festfährt“, sagt der Wuppertaler, der eigentlich einen gemütlichen Feiertagsausflug ins Sauerland unternehmen wollte. Er bestreitet sogar, ein Knöllchen fürs Falschparken bekommen zu haben.

Das bestätigt die Polizei jetzt auf WP-Nachfrage. Der Wuppertaler sei nur wegen nicht mitgeführter Papiere verwarnt worden, sagt Polizeisprecher Marcel Dilling. Das heiße aber nicht, dass der Autofahrer nicht trotzdem falsch geparkt habe. „Bei einer Ordnungswidrigkeit gilt das Opportunitätsprinzip.“ Die ermittelnden Beamten können es in solchen Fällen trotz bewiesener Schuld bei einer mündlichen Verwarnung belassen.

Knöllchen hin oder her: Die Märkische Verkehrsgesellschaft jedenfalls forderte nach eigenen Angaben 80 Euro Schadensersatz von dem Falschparker. Drei Busse der Linien 24, 22 und 21 hingen eine halbe Stunde lang fest. „Wir mussten einen Ersatzbus anfordern“, sagt MVG-Sprecherin Marika Gomolka auf Nachfrage.

Fahrer will Streit ausfechten

Was unstrittig ist: Weil der Mann die Rechnung nicht bezahlte, schickte die MVG ihm einen Gerichtsvollzieher ins Haus. Beim dritten Besuch habe ihm der Gerichtsvollzieher sogar eine Park(!)-Kralle ans Auto geschraubt, sagt der Unternehmer. Daraufhin habe seine Familie das Auto unter Protest ausgelöst.

Um die restlichen Forderungen (vor allem Gebühren) gibt es jetzt Streit vor dem Wuppertaler Amtsgericht. „Ich werde das bis zum Ende durchziehen“, sagt der 52-Jährige. Er wirft der MVG sachliche Fehler vor und lässt keinen Zweifel daran, dass er der MVG das Leben schwer machen will. Der Mann schwärzte die MVG nach eigenen Angaben bei Zoll und Finanzamt an. Die Rechnung habe zum Beispiel keine Mehrwertsteuer ausgewiesen. „Das ist rechtens. Schadensersatzforderungen sind umsatzsteuerfrei“, hält MVG-Jurist Georg Bischofs dagegen.

Die MVG drängt jetzt darauf, dass Verfahren schnell zu beenden. Der Autofahrer dreht den Spieß unterdessen um. Er will Schadensersatz von der MVG für seinen eigenen Aufwand.

Arne Poll

Kommentare
11.03.2016
11:23
Dauerzoff nach Ostersonntags-Stau in Menden
von nwblau | #1

Mir ist die Beschilderung an der Örtlichkeit nicht bekannt.
Aber, die Polizei war offensichtlich vor Ort und sah keine Veranlssung das Fahrzeug...
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Dauerzoff nach Ostersonntags-Stau in Menden
Dauerzoff nach Ostersonntags-Stau in Menden
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http://www.derwesten.de/staedte/menden/dauerzoff-nach-ostersonntags-stau-in-menden-id11637409.html
2016-03-10 07:00
Menden