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Supermärkte

Das Sterben der Tante-Emma-Läden

30.07.2010 | 16:37 Uhr
Das Sterben der Tante-Emma-Läden
Der „Frischmarkt Humpert“ öffnet heute zum letzten Mal.

Menden.(Cori)
Das Sterben der kleinen Tante-Emma-Läden: Der Trend, den es bundesweit schon viele Jahre gibt, hat in den vergangenen Monaten Menden mit Wucht getroffen.

Gleich mehrere Geschäfte mit zum Teil sehr langer Tradition haben ihre Türen für immer geschlossen. Verbraucher werden dies spüren: Denn vielfach gibt es keinen Nachfolger – zum Teil bewusst so geplant, zum Teil findet sich niemand. In der Hönnestadt gibt es mittlerweile nur noch eine Handvoll kleiner Supermärkte. Und viele fragen sich besorgt: Wie wird Mendens Einkaufslandschaft wohl in einigen Jahren aussehen? Mehrere Stadtteile haben schon jetzt kein Geschäft mehr, in dem Lebensmittel gekauft werden können. Das freundliche „Guten Morgen“ an der Ladentür, das Gespräch mit der vertrauten Verkäuferin – all das wird zur Seltenheit.

Am Samstag, 31. Juli, öffnet mit „Humpert“ am Schwitter Weg ein weiterer kleiner Supermarkt zum letzten Mal. So schreibt die gebürtige Mendenerin Susanne Körner, die am Schwitter Weg aufgewachsen ist und mittlerweile in Velbert wohnt: „Ferdi – die Institution – schließt. Am Schwitter Weg gibt’s einen kleinen Laden mit Persönlichkeit. Der letzte seiner Art, ein Vertreter einer aussterbenden Rasse. Ein Dinosaurier. Der Tante-Emma-Laden par excellence, wo jeder jeden kennt und man anschreiben lassen kann! So hatte ich als Kind manchmal das Glück, dass der Vater samstags beim Brötchenholen eventuell die Rechnung für mein Eis oder Süßes beglich. Aber Ferdi ist nicht nur einkaufen, Ferdi ist vor allem schnacken, töttern – reden. Über Witze und das Leben lachen. Mit einem Lächeln nach der schönen Pause raus gehen. Das fehlt. Das wird fehlen, was man eventuell Menschlichkeit nennt. Ein Interesse am Gegenüber. Sich in die Augen gucken. (...) Wir werden Dich vermissen, Ferdi, und Deine Marlis natürlich auch!“

Weitere kleine Lebensmittelgeschäfte, die in der jüngeren Vergangenheit geschlossen haben beziehungsweise ihre Schließung bekannt gegeben haben, sind: „Stirnberg“ am Eisborner Weg, „Edeka“ am Papenbusch sowie der „Frischmarkt“ im Lahrfeld.

Corinna Schutzeichel

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Kommentare
01.08.2010
14:18
Das Sterben der Tante-Emma-Läden
von osis | #2

Es gibt aber anscheinend wirtschaftspolitisch auf hörherer Eben keine Interesse an kleinen Kaufleuten. Das ist eine Entwicklung die seit Jahren zu beobachten ist. Und das ist keine Golbalisierungsfolge, dass Deutschland ein Eldorado der Ketten ist. In anderen Ländern ist das deutlich weniger ausgeprägt.

31.07.2010
15:31
Das Sterben der Tante-Emma-Läden
von taosnm | #1

Der Edeka-Markt am Papenbusch war sicherlich kein Tante-Emma-Laden, sondern ein veritabler Supermarkt mit einem umfassenden Angebot und gutem Personal.

Für viele Anwohner, von denen ein sehr grosser Teil älter und nicht motorisiert ist, wirkt sich die Schliessung katastrophal aus. Sie müssen nun weite Wege per pedes oder Bus in Kauf nehmen, um einkaufen zu können.

Die Hintergründe der Schliessung sind nicht bekannt, es kann nur spekuliert werden. Jedoch ist man einheitlich der Meinung, dass die GBS als Vermieter ein Interesse hätte haben müssen, dieses Geschäft zu halten, sei es um den Preis einer niedrigeren Miete. Nun steht der Raum leer, und es gibt überhaupt keine Miete. Interessenten an den sehr vielen leerstehenden Wohnungen zucken zurück, wenn sie erfahren, dass keine Einkaufsmöglichkeit in der Nähe ist. Für viele betroffenen Menschen ist die Geschäftspolitik der GBS nicht nachvollziehbar.

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