Da Hool - vom Promi-Dinner zur Mendener Schmelzwerk-Party
05.11.2009 | 10:22 Uhr 2009-11-05T10:22:00+0100
Menden. Er hat in den 90er-Jahren nationale und internationale Chart-Erfolge mit Liedern wie „Meet Her at the Loveparade” gefeiert. Da hieß er noch DJ Hooligan. Am Samstag, 7. November, legt Da Hool, alias Frank Tomiczek, bei der „Winter's Departure” im Mendener Schmelzwerk auf.
Im Interview spricht er über seine Leidenschaft Fußball und darüber, wo die Techno-Musik heute steht.
Auf Deinem Tourplan stehen Metropolen wie Stockholm. Eine Woche später legst Du in Menden auf. Wie reagiert das Publikum auf dem Land?
Da Hool: Auf dem Land sind die Leute dankbarer, wenn ein bekannter DJ auflegt. In Berlin beispielsweise sind die Clubgänger verwöhnt, weil es jedes Wochenende ein riesiges Angebot gibt. Die Euphorie auf dem Land ist bei solchen Partys größer. Mein Set ist aber immer ähnlich, egal ob ich in einer Großstadt oder in der Provinz auflege — als DJ stelle ich mich auf den jeweiligen Abend ein.
Schleppt Da Hool noch Vinyl in Plattenkisten mit sich, oder legt er MP3s auf?
Da Hool: Ich lege fast nur noch MP3s auf. In Moskau ist mir mal meine Plattenkiste abhanden gekommen. Jetzt habe ich immer ein kleines CD-Köfferchen im Handgepäck dabei.
In den 90ern waren Techno-Songs ganz oben in den Charts. Wie ist es heute um die elektronische Musik bestellt?
Da Hool: In den 90ern war Techno ein großer Hype, das war Kommerz. Der ist natürlich nicht mehr da. Aber elektronische Musik macht immer noch rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes der deutschen Musikindustrie aus. Weil viele Songs aber instrumental sind, findet elektronische Musik im Radio und im Fernsehen einfach nicht statt.
Dieses Jahr ist die Loveparade ausgefallen, 2010 findet sie in Duisburg statt. Was hältst Du als Ruhrgebiets-DJ davon, dass die Parade in die Heimat gekommen ist?
Da Hool: Traditionell ist die Loveparade ein Berlin-Ding. Am Ende fand ich es dort aber langweilig. Wenn sie jetzt im Ruhrgebiet stattfindet, kann ich zwischendurch mal nach Hause fahren, das ist gut. Die Dortmunder Loveparade vor einem Jahr fand ich aber nicht ganz so toll, weil wir immer nur im Kreis gefahren sind.
Jedes Wochenende legst Du in Clubs im In- und Ausland auf. Was machst Du sonst?
Da Hool: Fußball spielen und zwar dreimal die Woche. Als Jugendlicher habe ich im Verein gespielt, bis der typische Fußballer-Verfall kam. Mit 18 und 19 Jahren bin ich nach der Disconacht nicht mehr pünktlich zum Spiel gekommen. Da habe ich aufgehört, aktiv zu spielen. Außerdem bin ich großer Schalke-Fan: Ich versuche, meine Bookings so zu legen, dass ich regelmäßig ins Stadion gehen kann.
Was steht in der Woche vor dem Mendener Auftritt an?
Da Hool: Mit Anna Maria Zimmermann, Jochen Schröder und Mirjam Müntefering drehe ich diese Woche das Promi-Dinner für Vox. Und das wird anstrengend, denn eigentlich koche ich eher selten Drei-Gänge-Menüs.
Mit Da Hool sprach Pia Maranca
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