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Christopher Kümper im Sterne-Himmel

18.02.2010 | 08:00 Uhr

Menden. Gerade einmal 23 Jahre ist er alt, darf aber schon von sich behaupten, in den besten Gourmettempeln Deutschlands am Herd gestanden zu haben. Der Mendener Christopher Kümper hat es von der Kantine in die Sterneküche geschafft.

Angefangen beim Partyservice Axel Rother, hat er sich an die Spitze der deutschen Küche hochgearbeitet. Nebenbei sahnte er bereits zahlreiche Preise bei regionalen und nationalen Kochwettbewerben ab. Am Ziel ist das Kochtalent aber längst noch nicht angekommen. In New York und Italien möchte er noch arbeiten, bevor er sich zu seinem eigenen Chef macht.

Eigentlich hatte er nur keine Lust mehr, länger die Schulbank zu drücken, aber ein ganzes Berufsleben als Koch arbeiten? „Ich fand es immer schon überaus faszinierend, wie schnell Köche Gemüse oder Kräuter schneiden, das wollte ich auch unbedingt können”, erzählt Kümper von seinen damaligen, zunächst noch bescheidenen Ambitionen. Also bewarb er sich bei dem Mendener Partyservice und verbrachte dort zwei Jahre seiner Ausbildung.

Nächster Schritt auf der Karriereleiter

Als Jahrgangsbester schloss der Mendener seine Ausbildung ab. Den nächsten Schritt auf der Karriereleiter nahm Christopher Kümper in Hamburg. „Mein damaliger Chef kannte den Besitzer des Landhauses Scherrer. Also hab ich eine E-Mail nach Hamburg geschrieben, bin dahin gefahren und habe den Job bekommen”, erzählt er. Das Restaurant in der Hansestadt ist mit einem von maximal drei Sternen des Guide Michelin, der höchsten Auszeichnung für Köche, gekrönt. 18 Monate arbeitete der junge Koch in Hamburg. Und schon bald übernahm er als Chef des Fischpostens noch mehr Verantwortung in dem Restaurant.

Von da an standen dem Mendener alle Türen offen: Auf Empfehlung seines Vorgesetzten bekam er im September 2009 eine Anstellung im Gourmetrestaurant Lehrbach in Bergisch-Galdbach. Der Drei-Sterne-Gourmettempel von Dieter Müller und seinem Küchenchef Nils Henkel gilt als eines der besten Restaurants Deutschlands. Zurzeit ist er auf dem Posten des Entremetier für die Beilagengerichte zuständig.

15 Stunden in der Küche

Seinen Job möchte der 23-Jährige nicht mehr tauschen. Dabei bringt der Beruf des Kochs nicht nur schöne Seiten mit sich. 14 bis 15 Stunden lang steht Christopher Kümper fünf Tage in der Woche am Herd, obwohl das Restaurant nur fünf Stunden am Tag geöffnet hat.

„Für einen normalen Menschen sind die Verhältnisse die Hölle. Man steht den ganzen Tag auf engstem Raum und in brütender Hitze mit zehn weiteren Leuten in der Küche und arbeitet fast ohne Pause. Aber wir Köche sind einfach Arbeitstiere.”

Perfektionistisch und selbstkritisch

Eine Motivation, um jeden Tag Vollgas zu geben, braucht er nicht. Für ihn ist es selbstverständlich, so viel zu arbeiten. „Kochen ist mein Ding.”

Dabei ist der 23-Jährige selbst äußerst kritisch mit sich und seinen Kochkünsten: „Ich bin sehr perfektionistisch und ehrgeizig. Häufig bekomme ich Lob, aber wenn ich selbst nicht mit mir zufrieden bin, ärger ich mich total darüber.” Doch gerade diese Perfektion reizt Christopher Kümper auch so sehr am Kochen. Für ihn ist es faszinierend, dass Köche immer versuchen, das Bestmögliche aus einem Produkt herauszuholen.

Küchenchef im Gourmetrestaurant

In zehn Jahren möchte sich Christopher Kümper seinem eigentlichen Ziel widmen: Küchenchef im Gourmetrestaurant eines guten Hotels werden. „Ich will in die Küche kommen und wissen, dass das alles mein Werk ist, was dort abläuft. Auszeichnungen sind mir dabei gar nicht wichtig”, so Kümper.

Jana Schoo

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