Chirurg hilft Menschen in Eritrea

Menden..  Dr. Wolf-Gerhard Kramme engagiert sich seit vielen Jahren für Menschen in Eritrea. Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe würdigte gestern den Einsatz des Fröndenberger Chirurgen.

1987 kam der heute 66-Jährige erstmals mit dem ostafrikanischen Land in Kontakt. Damals arbeitete er als Assistenzarzt im Unfallkrankenhaus Bergmannsheil in Bochum. „Dort versorgten wir viele Kriegsverletzte.“ Ein Artikel, den er in einer Fachzeitschrift veröffentlichte, machte einen Deutsch-Eritreer auf ihn aufmerksam. „Er sagte mir, dass sein Land viele Probleme mit Kriegsverletzungen habe“, berichtet der Mediziner.

Von den Geldern, die Bob Geldof mit seinen Benefizkonzerten für Afrika einspielte, erhielt Kramme damals 100 000 DM. „Wir haben davon gebrauchte Gerätschaften in deutschen Krankenhäusern gekauft.“ Um die eritreischen Ärzte in die Bedienung einzuweisen, reiste er erstmals nach Eritrea – unter abenteuerlichen Bedingungen. Drei Monate blieb er dort, anschließend nahm er seine Arbeit im Bergmannsheil-Krankenhaus wieder auf.

Nächste Fahrt für November geplant

Seit 1991 reist er regelmäßig nach Eritrea, auch noch in seinem Ruhestand. Inzwischen haben sich seine Einsätze verändert. Waren es zunächst vorwiegend medizinische Projekte in Zusammenarbeit mit dem „Hammer Forum“ und „Ärzte ohne Grenzen“, unterstützt er inzwischen auch zwei Gehörlosenschulen in Eritrea mit transport­ablen Wasserfilteranlagen. Zuletzt organisierte er den Transport von etwa 150 Fahrrädern. Er ist vernetzt mit anderen Hilfsorganisationen in ganz Deutschland. Die nächste Fahrt nach Eritrea plant er für November. Dann nimmt er auch wieder einen Wasserfilter mit – im Handgepäck.

In all den Jahren entstanden zahlreiche, sehr intensive freundschaftliche Kontakt zu den Menschen in Eritrea. Dass er deren Mentalität gut kennt, kommt nun auch Fröndenberg zu Gute. Der 66-Jährige engagiert sich in der Flüchtlingshilfe, unterstützt Asylbewerber aus dem ostafrikanischen Land. Das Engagement der Ehrenamtlichen und Profis lobt er besonders: „Es ist toll, dass die Stadt freiwillig Sprachkurse für die Flüchtlinge anbietet.“