Charme liegt in Bescheidenheit

Beschickes des Bauern- und Kreativmarktes: Besondere Atmopshäre im kleinen Dorf.
Beschickes des Bauern- und Kreativmarktes: Besondere Atmopshäre im kleinen Dorf.
Foto: WP

Lürbke..  Nikolas Lange sitzt oben auf: Den Steuerknüppel fest in der Hand lenkt der 13-Jährige zum ersten Mal eine Baggerschaufel, verfrachtet Sand von einer Kiste in die andere – das Angebot auf dem Lürbker Kreativ- und Bauernmarkt macht’s möglich. Vater Ulrich Lange macht fleißig Fotos. „Eigentlich ganz einfach zu bedienen“, findet Nikolas – und stellt sich gleich nochmal an. „Wir wollen eine Veranstaltung für alle, für Jung und Alt“, sagt Karl-Heinz Schäfer von der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Lürbke – und präsentiert dabei eine Veranstaltung, deren Charme in der Bescheidenheit liegt.

„Wir wollen nichts kopieren und das Ganze nicht neu erfinden“, so Schäfer weiter. Man wolle eine Veranstaltung bieten, bei der man sich trifft, und vor allem: die zur Lürbke passt. Dem entsprechend sind die Themen abgesteckt: Ein Schmied, ein traditioneller Bäcker, ein Streichelzoo, die Dieselknechte mit ihren Landmaschinen – Aussteller eben, die der Lürbke nahe sind.

So, wie Pia Hufschlag. Die Gummersbacherin verkauft ihren Kupferschmuck zum ersten Mal auf dem Kreativ- und Bauernmarkt. „Die Stimmung ist toll, die Menschen sind nett“, findet Hufschlag. Ebenfalls auffällig: Das ganze Dorf sei irgendwie an der Organisation beteiligt, „diese Veranstaltung macht wirklich Spaß – wir würden gern direkt wiederkommen“, sagt Hufschlag. Dass die Veranstaltung in dieser Größe überhaupt stattfinden kann, sei der Gemeinschaft im Verein zuzuschreiben, so Karl-Heinz Schäfer, „alleine ist so etwas natürlich nicht zu stemmen.“ Das Improvisieren sei eine echte Herausforderung – deshalb sei eine solche Veranstaltung auch nur alle fünf Jahre realisierbar.

Höhepunkte im Terminkalender

Die Struktur des Marktes habe man dabei innerhalb der vergangenen 20 Jahre kaum verändert – warum auch? In den Wettbewerb wolle man schließlich nicht treten. „Wenn wir zu viele Aussteller hätten, wäre es wahrscheinlich nicht mehr harmonisch“, meint Karl-Heinz Schäfer weiter. Dennoch: Die Lürbker Meilertage und damit auch der Kreativ- und Bauernmarkt seien echte Höhepunkte im Terminkalender. Und auch, wenn der nächste erst in fünf Jahren angedacht ist, gilt: „Wir wollen uns darstellen, wie wir sind“, so Schäfer. Bescheiden eben.