CDU will Spekulanten den Boden entziehen

Der Bereich des geplanten Gewerbegebietes Hämmer 2.
Der Bereich des geplanten Gewerbegebietes Hämmer 2.
Foto: www.blossey.eu

Menden..  Die Stadtverwaltung soll „umgehend“ Kontakt mit privaten Eigentümern von Grund und Boden im Bereich des künftigen Gewerbegebiets Hämmer 2 aufnehmen. Ziel soll es sein, die vorgesehenen Gewerbeflächen komplett zu erwerben, erklärte Hubert Schulte (CDU) im Betriebsausschuss für den Immobilienservice Menden (ISM) am Dienstag.

Auf diesem Wege müsse jeder Spekulation mit begehrten Gewerbegrundstücken im Baugebiet buchstäblich der Boden entzogen werden. Schulte verwies darauf, dass die Stadt aus diesem Grund im benachbarten Gewerbegebiet Hämmer 1 sogar Rückkäufe von ungenutzten Geländen vornehme.

Schürf-Kosten auch für Private

Erst wenn der Grund und Boden und damit das Gewerbegebiet Hämmer 2 als Ganzes gesichert sei, soll die Stadt mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in weitere Verhandlungen um systematische Schürfungen nach Resten der vermuteten Jungsteinzeit-Siedlung auf den Holzener Feldern treten.

Und: Sofern davon private Grundstücke betroffen sind, sollten auch diese Eigentümer zu den Kosten der Schürfungen herangezogen werden. Diese Beteiligung will Schulte aber gedeckelt sehen, „damit das nicht uferlos wird“. Beim angegebenen Quadratmeterpreis von 32 Euro solle die Stadt dafür beim Kauf maximal drei Euro abziehen können – im schlechtesten Fall, also ausgedehnten und teuren Grabungen. Bleibt es beim jetzt noch vorgesehenen Programm, „wären das nur Centbeträge“, sagte der Christdemokrat.

Rüffel für die Verwaltung

Im Übrigen rüffelte Schulte die Verwaltung dafür, dass ihre Beschlussvorlage den Stand der Beratungen nicht wiedergab. Denn schon im Bauausschuss vor wenigen Tagen hatte er die Position vertreten, dass man sich die enormen Kosten einer Schürfung, die mindestens bei gut 300 000 Euro liegen würden, komplett sparen könne, wenn der Holzener Boden aus Eigentumsgründen gar nicht angetastet wird.

Als der Ausschussvorsitzende Peter Köhler (Grüne) nachfragte, ob die Stadt mit diesem CDU-Vorschlag nicht das gesamte Gewerbe-Projekt von einzelnen Eigentümern abhängig mache, sagte Schulte: „Das ist im Prinzip richtig.“