CDU-Appell an Fleige

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Menden..  Mit großem Unverständnis reagiert der Lendringser CDU-Ortsunionschef Wolfgang Exler auf die Begründung der Stadtverwaltung zur Anzahl von 22 Wahllokalen für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 13. September (die WP berichtete). Für ihn, so Exler, bedeute die Halbierung der Anzahl der Anlaufstellen „einen weiteren Schritt in Richtung Demokratie-Abbau“. Er appelliere dringend an Bürgermeister Volker Fleige, diese Entscheidung zu überdenken, die er politisch für ein Unding halte.

„Wähler wird nach Hause fahren“

Als „Witz“ empfindet der Unionspolitiker die Darstellung, es könne „verkehrsgünstig und schneller die Stimme abgegeben werden“, wie es in der Begründung der Verwaltung heißt: „Wo habe ich je erlebt, dass Wähler Schlange standen?“ Die Verwaltung hatte erklärt, dass die Stimmen rascher abgegeben und gezählt werden könnten, da es sich nur um eine Wahl mit einem einzigen Kreuzchen handele. Somit könnten auch mehr Wähler in einem Wahllokal bedient werden.

Die angebliche Verkehrsgünstigkeit sieht Exler indes ebenfalls nicht gegeben: „Die Barger müssen nun bis nach Oesbern – ob das näher ist, fragt keiner“, erklärt der Hüingser Ratsherr. Gerade ältere Menschen, für die Exler in Lendringsen erst kürzlich bei der Stadt zusätzliche Bänke zum Ausruhen beantragt hatte, würden lange Wege zum neuen Wahllokal womöglich scheuen.

Zudem bergen neue Anlaufstellen nach Ansicht des Christdemokraten die Gefahr, dass gewohnte, aber unbesetzte Wahllokale angesteuert werden, da nicht jeder Wähler die Wahlbenachrichtigung genau studiere. „Jeder schaut erst auf die Postkarte, wenn er in dem Wahllokal steht, das er seit Jahrzehnten aufsucht. Und wenn dann die Türen des gewohnten Wahllokals geschlossen sind, wird man nach Hause gehen und nicht noch lange suchen – geschweige denn mit Bus oder Auto noch dorthin fahren“, fürchtet Wolfgang Exler. Der Wähler werde vielmehr „sauer sein und nicht wählen. Das muss und darf nicht sein!“

Die meisten Wähler nutzten nach wie vor den Wahlgang ins Stimmlokal, „sie machen dies direkt und nicht mit Briefwahl“. Ein Vorgehen wie in Menden sei ihm zudem aus anderen Städten nicht bekannt, so Exler. Wie die WP erfragte, bleibt zum Beispiel die Stadt Meschede am 13. September bei exakt der Anzahl an Wahllokalen wie zur Kommunalwahl im Mai.