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CDU ärgert Parteifreund Esken: Nein zu Gleisabbau

04.09.2012 | 21:49 Uhr
CDU ärgert Parteifreund Esken: Nein zu Gleisabbau
Vor fast genau einem Jahr, am 8. September 2011, hatte Hemer bereits ein Zeichen gesetzt und die Gleise an der Westtangenten-Brücke durchtrennt.Foto: Pia Maranca

Menden. Bis jetzt hat sich Hemers CDU-Bürgermeister Michael Esken in Sachen Bahnstrecke Hemer-Menden immer auf Mendens Grünen-Vorsitzende Ingrid Ketzscher eingeschossen. In ihr sieht er die Frau, die ihm das Leben unnötig schwer macht, um einen Radweg auf der stillgelegten Bahnstrecke zu realisieren. Spätestens seit Dienstagabend darf Esken seine Pfeile aber auch auf seine Mendener CDU-Parteifreunde richten. Denn die sind im Stadtrat hart geblieben und haben mit GAL, Linken und einer USF-Stimme dagegen gestimmt, einen sofortigen Abbau der Gleise zu erleichtern.

Zum Hintergrund: Die Stadt Hemer hatte die Bahntrasse auf Mendener Gebiete bis zur Bahnbrücke über die Westtangente gekauft, um zur Landesgartenschau den Radweg zu realisieren. Das hatte aber nicht rechtzeitig geklappt. Hemer hat trotzdem weiter ein großes Interesse, dass der Bund dort einen so genannten bundesstraßenbegleitenden Radweg baut – und Hemer die Trasse wieder abkauft.

Eine Genehmigung für den Abbau der Gleise hat Hemer auch schon in der Tasche – allerdings hat die Bezirksregierung eine Auflage erteilt: Es soll erst eine Potenzialanalyse vom zuständigen Nahverkehrs-Zweckverband erstellt werden – doch die dauert noch. Hemer hatte daher den Antrag gestellt, diese Auflage wieder zurückzunehmen. Dazu sollte der Mendener Stadtrat gestern sein Votum abgeben – und er hat sich mehrheitlich gegen die Aufhebung dieser Auflagen ausgesprochen: Die Potenzialanalyse soll weiter abgewartet werden. Allerdings hat Menden kein Vetorecht – die Bezirksregierung Arnsberg kann auch gegen die gestrige Entscheidung den Gleisabbau genehemigen.

Trotzdem war es ein klares politisches Zeichen der Mendener CDU, das Hemers Bürgermeister nicht gefallen dürfte – vor allem weil die von SPD-Bürgermeister Volker Fleige geführte Mendener Stadtverwaltung auf seinen Kurs eingeschwenkt war und die Aufhebung der Auflage empfohlen hatte.

Der städtische Verkehrsplaner Ralf Weyer hatte das auch erläutert: Der Zweckverband Nahverkehr Ruhr-Lippe (ZRL) als zuständige Planungseinheit gehe selbst bei einer Reaktivierung der Strecke Hemer-Menden allenfalls in 10 bis 20 Jahre von einer Umsetzung aus. Dann aber sei höchstwahrscheinlich ohnehin ein Gleis-Neubau notwendig.

Ziel: Direkt nach Dortmund

Dass die GAL das anders sehen würde, war klar: Sie hat in den vergangenen Wochen öffentlich immer wieder die Gegenposition bezogen. Warum die CDU aber auch hart blieb, erklärte Hubert Schulte mit einer angestrebten Direktverbindung Menden-Dortmund. Die sei mit dem Anschluss der 40 000 Hemeraner eher zu realisieren. Das Ziel habe oberste Priorität, und man wolle es nicht gefährden.

Die Worte von Verkehrsplaner Ralf Weyer überzeugten die Christdemokraten nicht. Nach seinen Informationen ist eine Direktverbindung Menden-Dortmund in absehbarer Zeit nicht umsetzbar: Es fehlten die technischen Voraussetzungen in Fröndenberg hierfür.

Übrigens: Der Planungsausschuss in Hemer hat sich gestern Abend einmal mehr für den schnellstmöglichen Gleisabbau ausgesprochen.

Michael Koch

Kommentare
11.09.2012
11:25
CDU ärgert Parteifreund Esken: Nein zu Gleisabbau
von Taffy11 | #14

@ Karl-Napp
"20 mal nach Dortmund und zurück pendeln" werden höchstens diejenigen, die auch dämlich genug sind, das dumme Zeug nachzubeten, das ihnen...
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7062021
CDU ärgert Parteifreund Esken: Nein zu Gleisabbau
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http://www.derwesten.de/staedte/menden/cdu-aergert-parteifreund-esken-nein-zu-gleisabbau-id7062021.html
2012-09-04 21:49
Menden