Bürgermeister spaziert mit Schottenschirm durch Platte Heide

Die Gruppe auf dem Spielplatz am Hagebuttenweg.
Die Gruppe auf dem Spielplatz am Hagebuttenweg.
Foto: WP

Platte Heide..  Es soll keine Diskussionsveranstaltung sein, vielmehr eine Initiative, um ins Gespräch zu kommen: Zum zweiten Mendener Stadtspaziergang trafen sich am Dienstagabend Vertreter des SBV Forums Platte Heide sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung. Bürgermeister Fleige betonte, dass alles protokolliert und bearbeitet werde. „Wir kommen danach wieder auf Sie zu“, versicherte Fleige, der in weiser Voraussicht nach einem Blick auf den Wolken verhangenen Himmel einen Faltschirm im Muster der für ihre Sparsamkeit bekannten Schotten mitgebracht hatte.

Die Führung des Spaziergangs durch den Stadtteil Platte Heide übernahm der Vorsitzende des SBV Forums, Joachim Buß, während Melanie Bähr das von Volker Fleige angekündigte Protokoll führte. Direkt am Startpunkt Heideplatz beklagte Michael Toups, Vorstand des Fördervereins Kinder und Jugendliche, fehlendes Spielgerät auf dem nahe gelegenen Spielplatz. „Ich kann die Fraktionen nur bitten, der Anschaffung zuzustimmen“, wünschte er sich.

Peter Schnurbus, Ratsherr und Mitglied des SBV Forums, erklärte, dass eines Tages die Bonifatiusschule ein Problem darstellen könne. Die sinkenden Anmeldezahlen zögen eine Schließung der Hauptschule nach sich. „Das Gebäude ist in gutem Zustand. Wir sollten heute schon über eine spätere Nutzung nachdenken“, schlug er vor.

Keine Spielplätze aufgeben

Weitere Spielplätze wurden noch besucht. So wünschte sich das SBV Forum für den Spielplatz am Manöverweg eine Auffrischung des Mobiliars. Michael Toups: „Ich hoffe, dass keine Spielplätze des Stadtteils aufgegeben werden.“ Großes Lob gab es für den Spielplatz am Hagebuttenweg. Eltern und Anwohner pflegen ihn bestens. Es gibt dort inzwischen eine neue Rutsche und gepflegte Bänke. Auch Rasen und Hecke werden dort in Eigeninitiative in Ordnung gehalten.

An der Schützenhalle angekommen, beklagte Toups die für Schulkinder unsichere Verkehrssituation an der Spessartstraße: „Hier ist nur ein dreißig bis vierzig Zentimeter schmaler Pfad ohne Bordstein vorhanden. Hier kann man Kinder nicht zur Schule schicken. Trotzdem nimmt man diesen Weg als Bemessungsgrundlage für die Busfahrkarte, obwohl die Eichendorffstraße viel sicherer ist.“ Toups bat mit Blick auf den Jugendtreff, diesen Ort der Begegnung und Integration nicht zu schließen, sondern die Öffnungszeiten auszuweiten.

Ewald Schmid machte am Gedenkstein für Gefallene und Verstorbene darauf aufmerksam, dass dieser sehr stark zugewachsen sei. „Hier fühlen sich manche unbeobachtet“, klagte er und wünschte sich einen Rückschnitt der Gehölze rund um den Stein.

Kunstrasen wichtig für Sportplatz

Auch das Kasernenwäldchen wurde in Augenschein genommen. „Die Abdeckung und Aufschüttung war hier notwendig, da hier noch Munition vermutet wurde. Jetzt sind wir auf der sicheren Seite“, erklärte Bürgermeister Volker Fleige die steiler gewordenen Hänge des Hügels.

Obwohl man dann nicht mehr zum Sportplatz am Hülschenbrauck ging, wurde der desolate Zustand des Platzes doch thematisiert: „Dieser Platz ist nicht mehr bespielbar“, so Olaf Stracke, Vorsitzender des VfL. Er forderte nochmals eindringlich einen Kunstrasenplatz für die im Stadtteil so wichtige Sportanlage. Ingo Wolf mahnte einen besseren Belag für den Weg hinter dem Jochen-Klepper-Haus an, denn dort könne man kaum die Rollstühle der Bewohner schieben.

„Dies war ein Auftakt. Natürlich werden wir nicht jeden Wunsch erfüllen können“, verabschiedete Volker Fleige nach zwei Stunden die Teilnehmer des Stadtspazierganges auf der Platte Heide.