Bücherstapel warten bereits auf neue Schüler

Lehrer Michael Kickermann ist zusammen mit Andrea Eickhoff im neuen Gymnasium der Stadt Menden zuständig für die Sortierung der Schulbücher, die zu Beginn des kommenden Schuljahres an die Schüler ausgeliehen werden.
Lehrer Michael Kickermann ist zusammen mit Andrea Eickhoff im neuen Gymnasium der Stadt Menden zuständig für die Sortierung der Schulbücher, die zu Beginn des kommenden Schuljahres an die Schüler ausgeliehen werden.
Foto: WP

Menden..  Englisch-Bücher stapeln sich neben Erdkunde-Büchern. Mathe neben Latein. In den Klassenräumen und kühlen Kellern warten die Schulbücher auf das nächste Schuljahr und auf ihre neuen Besitzer. Doch vorher müssen sie erst noch von dem Schulpersonal sortiert werden, was einen enormen logistischen Aufwand bedeutet.

Der Aufwand fängt schon bei der Anschaffung an: Alle Schulen stellen bei der Stadt einen Antrag für die jeweiligen Bücher, die sie für das kommende Schuljahr benötigen. Für jeden Schüler steht ein Budget der Stadt zur Verfügung, um Schulbücher anzuschaffen, die den Schülern leihweise zur Verfügung gestellt werden – 81 Euro pro Schüler.

Ein Drittel der Kosten muss von den Eltern getragen werden. Die Schulen überlegen sich daraufhin, welche Anschaffungen für die Schüler als Ergänzung noch sinnvoll wären, wie Arbeitshefte, die nur ein Jahr in Gebrauch bleiben können. Manche Leih-Bücher müssen zum neuen Schuljahr auch ersetzt werden. „Je besser der Umgang mit den Büchern ist, desto länger halten sie. Das spart natürlich Kosten“, sagte die Vize-Gesamtschulleiterin Maria Spiesen.

Da die Gesamtschule erst seit 2012 existiert, sind für manche Jahrgänge noch gar keine Bücher im Bestand und der Bedarf größer. Die Schule bestellt etwa 2100 Bücher für das kommende Schuljahr. 3500 Bücher aus den Vorjahren für die Stufen fünf bis sieben liegen bereits auf Lager.

Ein ähnlich großer logistischer Aufwand erwartete die ab dem kommende Schuljahr zusammengelegten Gymnasien Heilig Geist und Walram. Neben den Möbeln und anderen Schul-Utensilien mussten natürlich auch die vorhandenen Bücher mit umziehen. „Die Schüler haben uns dabei sehr geholfen“, sagt der stellvertretende Schulleiter des Heilig-Geist-Gymnasiums Ulrich Cormann. In der letzten Schulwoche seien schon immer wieder Schulklassen zum Walram gepilgert und hätten ihre Bücher gebracht. 30 Kartons seien noch zusätzlich am Walram angeliefert worden.

Moderne Technik

Modernste Technik erleichtert heutzutage die Organisation der Ausgabe der Schulbücher. Neue Schülerausweise, die mit einem Barcode versehen sind, ermöglichen es direkt nachzuverfolgen, welchem Schüler welches Buch gehört. Diese werden am Anfang des Schuljahres eingescannt und jedem einzelnen Schüler zugeordnet.

Mit diesem Prozedere werden auch die Schüler abgeschreckt, die nicht sonderlich ordentlich mit dem Eigentum der Schule umgehen. Diese können dank des Barcodes direkt identifiziert werden und müssen die beschädigten Bücher ersetzen. Im vergangenen Jahr mussten die Eltern von Schülern der Gesamtschule insgesamt 350 Euro Schadensersatz zahlen. „Es ist auch ein erzieherischer Prozess, um den Schülern Verantwortung beizubringen“, erklärt Maria Spiesen. Kein Schüler wolle schließlich im neuen Schuljahr ein beschädigtes Buch bekommen. Dies sei niemanden zumutbar.