Brutal getreten und mehrfach geschlagen

Menden..  Wird die Tat jemals gesühnt? Ein Mendener ist in einer Dezembernacht des Jahres 2009 vor dem ehemaligen Szene-Treff „Dreispitz“ brutal zusammengeschlagen und getreten worden. Er erlitt dabei unter anderem schwere Verletzungen an der Stirnhöhlenvorderwand und eine Nasenbeinfraktur. Das Opfer hatte viele Woche starke Schmerzen. Doch auch nach dem gestrigen Termin am Amtsgericht ist fraglich, ob es zweifelsfrei einen Täter gibt, der zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Das Verfahren musste ohnehin über mehr als dreieinhalb Jahre eingestellt werden, weil der Aufenthaltsort des Angeklagten lange Zeit unbekannt war. Gestern jedoch könnte das Gericht einen entscheidenden Schritt weitergekommen sein. Der Angeklagte beteuerte, in jener Nacht völlig betrunken gewesen zu sein: „Ich konnte nicht mehr geradeaus gehen. Wie soll ich da jemanden gezielt schlagen und treten?“

Die Polizei hatte jedoch bei ihrem Einsatz überaus sorgfältig Spuren gesichert. Auch die Jacke des Beschuldigten. In der Nackenpartie machte ein vereidigter Fachgutachter DNA-Spuren aus, mit denen der Angeklagte erheblich belastet werden könnte. Der jedoch beteuerte in seinen Einlassungen mehrfach, unschuldig zu sein.

Wo sind Zeugen geblieben?

Amtsgerichtsdirektor Martin Jung weiß zwar um die Länge des Verfahrens, sieht nunmehr aber durchaus Anhaltspunkte dafür, ein Hauptverfahren zu eröffnen. Ihm mangelt es jedoch noch an Zeugen, die er auch laden kann. Denn nicht von allen sind die aktuellen Aufenthaltsorte bekannt.