Botschafter aus Afrika besuchen Firma Bega

Die Botschaftergruppe zu Besuch bei der Firma Bega.
Die Botschaftergruppe zu Besuch bei der Firma Bega.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Unternehmen mit 600 Mitarbeitern, das in seiner Branche Weltmarktführer ist – und das nicht im großstädtischen Ballungsraum, sondern im eher ländlich geprägten Menden? Das hatten die Botschafter aus dem südlichen Afrika vor ihrem Bega-Besuch nicht erwartet.

Menden..  Ein Unternehmen mit 600 Mitarbeitern, das in seiner Branche Weltmarktführer ist – und das nicht im großstädtischen Ballungsraum, sondern im eher ländlich geprägten Menden? Das hatten die Botschafter aus dem südlichen Afrika vor ihrem Bega-Besuch nicht erwartet.

Sie waren von der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag in den Märkischen Kreis eingeladen worden. Die Botschafter aus Berlin wollen sich bei ihrem Besuch über das deutsche System der Berufsausbildung informieren, weil es für sie Vorbildcharakter hat. Deshalb stehen auch Besuche der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn und der SIHK-Lehrwerkstatt in Hemer an.

Gestern besichtigen sie die Mendener Firme Bega, die Weltmarktführer im Bereich Außenleuchten ist. Denn Bega ist ein Familienunternehmen: „Das hat die Gäste aus Afrika ebenfalls sehr interessiert“, sagt die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag. Ein solches Konstrukt sei in vielen afrikanischen Ländern noch unbekannt. „Mittelständische Unternehmen machen unsere Region aus“, so Dagmar Freitag.

Senior-Chef Bruno Gantenbrink begrüßt die Gäste und stellt die Firma vor: „Bega ist nach dem Krieg gegründet worden, vor rund 70 Jahren. Es wird heute in dritter Generation geführt.“ Das Unternehmen entwickelt und produziert hochwertige Leuchten für fast alle Bereiche der Architektur. „Bekannte Gebäude, die wir beleuchten, sind zum Beispiel das Reichstagsgebäude in Berlin, das Parlamentsgebäude im australischen Canberra und das Getty-Center in Los Angeles“, so Bruno Gantenbrink.

Die Gäste aus den südafrikanischen Staaten möchten bei ihrem Besuch aber auch Wirtschaftskontakte knüpfen und für Investitionen in ihren Ländern werben. Bei einem Abendessen mit dem Märkischen Arbeitgeberverband haben sie mit Vertretern von 13 heimischen Betrieben, darunter Bega und HJS, Ideen ausgetauscht.

Design dient dem Produkt

Was der Grund für den Erfolg des Unternehmens sei, will ein Gast aus Afrika wissen. „Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die wir kennen und können“, sagt Bruno Gantenbrink. „Und in unserer Region gibt es viele metallverarbeitende und Elektronik-Betriebe, wir finden hier also auch geeignete Facharbeiter.“ Das Design müsse dem Produkt dienen und „bescheiden“ bleiben. Wie der Export der Bega-Produkte nach Südafrika laufe, will ein Besucher wissen. Derzeit sei man auf der Suche nach einem Exklusiv-Partner für Südafrika, erklärt Gantenbrink.

Auch Praktisches nehmen die Gäste mit: Sie lassen sich durch die Produktion von Bega führen. Für den frühen Nachmittag ist zudem ein Besuch bei Bürgermeister Volker Fleige im Alten Ratssaal geplant.

Hintergrund

Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag ist Vorsitzende der Parlamentariergruppe SADC-Staaten (Southern African Development Community).

Die SADC ist eine Entwicklungsgemeinschaft von 15 Staaten im südlichen Afrika, zu der unter anderem Südafrika und auch Namibia gehören.

Dagmar Freitag legt bei ihrer Arbeit in der SADC großen Wert auf den ständigen Austausch mit Vertretern aus den Ländern des südlichen Afrikas.