Böllerfolgen: Neujahrsnebel und Strafanzeigen

Abgebrannte Feuerwerkskörper an der Oberen Promenade.
Abgebrannte Feuerwerkskörper an der Oberen Promenade.
Foto: WP

Menden..  Gleich mehrere unerfreuliche Nachspiele könnten die Böller-Unfälle der Neujahrsnacht haben. So erstatteten die eingesetzten Polizisten nach dem Balkonbrand im Lahrfeld, der mutmaßlich von einer verirrten Rakete verursacht wurde und Sachschaden in Höhe von 1000 Euro anrichtete, Strafanzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung. „Wer Feuerwerkskörper zündet, ist dafür verantwortlich, dass sie keine Schäden verursachen“, begründete Kreis-Polizeisprecher Marcel Vormann auf Anfrage.

Wegen des „Verdachts der Sachbeschädigung durch Feuer“ ermittelt die Polizei im Fall des Brandes der Holzterrasse vor einem Einfamilienhaus an der Sachsenstraße. Auch hier könnte ein Knallkörper unbeabsichtigt das Feuer verursacht haben – ein Fall, der Besitzer der immer beliebter werdenden Holzterrassen ins Grübeln bringen könnte. Der betroffene Eigentümer an der Sachsenstraße kann sich jedenfalls bei seinem mutigen Nachbarn bedanken, dessen Löschaktion dafür sorgte, dass nur geringer Schaden am Haus entstand. Der Nachbar musste allerdings, wie berichtet, wegen Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung ins St.-Vincenz-Krankenhaus gebracht werden.

Wegen Brandstiftung ermittelt die Polizei nach dem Kellerbrand an der Kirchstraße 2, wo gelagertes Altpapier angesteckt wurde.

Ungeahnte Wirkungen entfaltete die Knallerei offenbar auch in Bösperde und Platte Heide, wo sich nach Mitternacht aufkommender dichter Nebel mit dem Rauch der Böller zusammentat. Autofahrer und Fußgänger konnten keine drei Meter weit sehen. Viele stellten ihre Autos mit Warnblinklicht einfach ab. Auf der Platte Heide behinderte die Suppe massiv den Einsatz der Feuerwehr. Aus Bösperde berichtet Karl Kissing, dass er es auf dem Heimweg von der Silvesterfeier nur dank eines vorausgehenden Lotsen im Schritttempo auf den Parkplatz der Ex-Hauptschule geschafft habe. „Andere brachten ihre Wagen auf diese Weise bis nach Hause“, erzählt der Halinger – und kann dazu angesichts der Gefahren bei Nullsicht nur den Kopf schütteln.

Laut dem Wetterdienst Meteo-group in Bochum hatte sich die Sicht auch durch das starke Feuerwerk derart eingetrübt. Auf Anfrage sagte ein Meteorologe, dass sich die Luft in der Silvesternacht zu stark abgekühlt habe, um Feuchtigkeit ausreichend aufzunehmen. Der beim Böllern freigesetzte Feinstaub bot „zusätzliche Kondensationspartikel“. Auch Windstille habe zu dem enormen Nebel beigetragen.