Bob-Cops aus Menden unter Top 10 bei der Streetbob-WM

Daniel Kraus vom Mendener Team Bob-Cops und Benny Huygens (v.l.) jubelnd nach dem letzten Lauf.
Daniel Kraus vom Mendener Team Bob-Cops und Benny Huygens (v.l.) jubelnd nach dem letzten Lauf.
Foto: Arne Poll, Westfalenpost
Was wir bereits wissen
Eine Cola geht noch. Mehr nicht. Stephan Treese und Radoslaw Wasilevski haben kurz vor dem Start zum ersten Lauf zur Streetbob-WM in Winterberg auf der Straße ihren Bob mit Zusatz-Lasten vollgepackt.

Menden/Winterberg.. Mehr als 300 Kilo sind aber nicht erlaubt. Jetzt müssen die Fahrer vom Brummi-Bob Menden kurz vor dem Start sogar aufs eigene Körpergewicht achten. Das Team der Spedition Treese fiebert dem ersten Lauf der Streetbob-Weltmeisterschaft auf der gesperrten Straße am Waltenberg in Winterberg entgegen.

Wochenlang haben sie getüftelt und geschraubt, sind jetzt mit der kompletten Belegschaft im Bus ins Hochsauerland gegurkt. Menden ist dabei. Der Pavillon in der Boxengasse platzt bei Team Nummer 78 (nach dem Gründungsjahr der Spedition Tresse) aus allen Nähten. Es gibt Boxen-Pizza und Boxen-Bier.

Das Techniker-Team hat die Werkzeug-Kisten griffbereit. Fehlen nur noch die Boxen-Luder. Nach ganz passablen Zeiten im ersten Lauf am Bob-Simulator ist für beide Mendener Teams noch der Sieg drin. Menden hat noch große Hoffnung.

Ein paar Meter weiter sitzen Benny Huygens und Daniel Kraus fast alleine in der Box des Cop-Bobs. Die Mendener Polizei-Kollegen müssen arbeiten. Die bösen Buben in der Heimat sollen ja kein allzu leichtes Spiel haben, während das Auge des Gesetzes um den Streetbob-Weltmeister-Titel fährt. Menden geht auf Nummer sicher.

Die Zuschauer in der Boxengasse fassen immer wieder ehrfürchtig über den glänzenden Lack des Bobs und sogar die Profis vom echten Bob-Team aus Winterberg im Nachbarzelt staunen über den windschnittigen Silberpfeil. Die Konkurrenz macht sich Notizen. „Bist du ein echter Polizist?“, fragt einer aus dem Volmarsteiner Behinderten-Team. „Ja, klar“, sagt Benny. Menden kann nicht nur ernst, sondern auch lustig.

T-Shirts bedruckt

Mit dem frisch bedruckten Bob geht’s dann endlich zur Startrampe. Druck-Shop Cutgraphix in der Kirchstraße hatte am Freitagabend extra noch einmal den Laden aufgesperrt, um den Cops noch T-Shirts und Logos zu drucken. Jetzt gerade ist das Aussehen zweitrangig. Der Silberpfeil rast die 300 Meter lange Strecke ohne zu zittern herunter, nimmt die Schikane ohne Schlenker. Bestzeit! 23,88 Sekunden. Menden hat’s drauf.

Related content Der Brummi-Bob macht’s nach, unterbietet die Bob-Cops sogar um fast zwei Zehntel. Die Streckenposten von der Winterberger Konkurrenz schreiben mit grimmigem Gesicht mit.

Auch die Treeses haben Streckenposten im Einsatz. Eine Gruppe mit Treese-Kappen steht am Bierstand, eine andere genießt etwas weiter unten das Spanferkel. Alle gemeinsam jubeln für ihr Team. Menden hält zusammen.

Mendens Brummi-Bob verliert Zeit beim Lauf im Simulator

Nächster Lauf, gleiches Spiel: Die Mendener liefern wieder erstklassige Zeiten ab. Brummi-Bob und Cop-Bob laufen schnurgerade die Strecke herunter. Meldung an den Bürgermeister in der Heimat: Volker Fleige, wir brauchen ‘ne Bob-Bahn! „Nur der Lauf im Simulator hat uns zu viel Zeit gekostet“, sagt Brummi-Bob-Teamchef Alexander Treese. „Sonst wären wir ganz vorne mit dabei.“ Menden ist realistisch.

Der Teamchef behält Recht. Auch in Lauf vier fahren die Mendener wieder ausgezeichnet. Das Publikum jubelt für Cop-Bob und Brummi-Bob.Nach fast acht Stunden an der Strecke genießen die Teams mit leichtem Sonnenbrand erschöpft, aber glücklich die Siegerehrung. Platz sechs für die Treeses. Platz neun für die Polizisten. „Nie waren Polizisten umjubelter als heute“, sagt Moderator André Schweins aus der WP-Chefredaktion. Menden ist sympathisch.

Und was wird aus den Bobs? Erstmal geht’s für die Teams zusammen nach Hause. Benny Huygens hat seinen Fußball-Jungs der U-17 von Menden United versprochen, dass sie eine Runde drehen dürfen. Dann kommt der Bob vielleicht bei der Polizei ins Schaufenster. Werbung machen, so wie bei der Bob-WM. Auch die Treeses wollen ihren Bob behalten. Vielleicht für eine Fortsetzung. Menden fiebert weiter.