Blut am Tatort verriet den Einbrecher

Amtsgericht Menden.
Amtsgericht Menden.
Foto: Martina Dinslage

Menden..  Die Liste der Vorstrafen des 23-Jährigen ist lang. „Wenn ich in Großbritannien ein solches Strafregister hingelegt hätte“, sagt Richter Festersen zu dem Mann, der in Hemer geboren ist, aber die britische Staatsbürgerschaft hat, „dann hätte Ihr Staatsoberhaupt wohl gesagt: ,I am not amused’“. „Ich bin nicht gerade erfreut“, mit diesen Worten kommentiert Queen Elizabeth so manches Ereignis.

Gestern stand der junge Mann wieder vor dem Richter, dieses Mal ging es um einen Einbruchsdiebstahl in Menden. Bereits im März 2011 hatte er gegen 5 Uhr morgens eine Scheibe einer Gaststätte am Marktplatz eingeschlagen, durch das Loch die Tür geöffnet und aus dem Büro einen Laptop und eine Fototasche mit Digitalkamera gestohlen. Durch den Schein einer Taschenlampe wurde er allerdings gestört, versteckte das Diebesgut unter einem geparkten Auto und haute ab. Nicht verschwinden ließ der junge Mann allerdings seine Blutspuren, er hatte sich beim Einbruch verletzt. Das Landeskriminalamt analysierte die Spuren und fand in der Datenbank eine Übereinstimmung, den jungen Mann aus Hemer. Der gab den Einbruch vor Gericht auch zu.

Oberstaatsanwalt Hempelmann forderte eine Freiheitsstrafe, der Verteidiger sprach sich für eine Bewährungsstrafe aus: „Er hat seit zwei Jahren keine weiteren Straftaten begangen.“ Richter Festersen folgte schließlich dem Antrag des Verteidigers und verurteilte den jungen Mann zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten sowie 100 Sozialstunden. Eingerechnet wurde noch die Strafe eines anderen Verfahrens. „Es gibt Indizien dafür, dass eine Art Zenit überschritten ist“, so Richter Festersen.