Blitzschutz verhindert Katastrophe

Fröndenberg..  In der Stiftskirche können weiter Gottesdienste stattfinden. Das Gebäude selbst scheint unbeschädigt zu sein. Die Technik wird allerdings noch eine Weile ausfallen. Das ist das Ergebnis der ersten Bestandsaufnahme nach dem Blitzeinschlag während des Sonntagsgottesdienstes.

Die Verantwortlichen der Kirchengemeinde hatten am Montagvormittag die Schäden in Augenschein genommen. Vor allem die sensible Steuerungstechnik scheint ein Opfer des gewaltigen Einschlags geworden zu sein. Die Glockenregelung funktioniere nicht mehr, allerdings habe sich das Geläut per Hand noch in Gang setzen lassen, erklärt Küsterin Vinka Heuser. „Wir vermuten, dass die Glocken unbeschädigt geblieben sind.“ Auch die Heizanlagen-Steuerung und ein Teil der Deckenbeleuchtung falle vorerst aus. „Die Schadenssumme ist weiter offen“, sagt Heuser. Immerhin: Die Versicherung werde einspringen.

Die Reparatur wird sich noch ein paar Tage hinziehen, denn die Fachfirma meldet nach dem Blitz-Wochenende übervolle Auftragsbücher. „Wir haben viele Anrufe von Kirchengemeinden bekommen“, sagt Daniela Reifner von der Firma Diegner und Schade aus Dorsten. Das Unternehmen hat sich auf Kirchentechnik spezialisiert und jetzt jede Menge zu tun. In so vielen NRW-Gemeinden wie wohl nie zuvor schlug ebenfalls der Blitz ein. Besonders tragisch: Aus gleich mehreren Kirchtürmen schlugen sogar Flammen.

Gerade erst überprüft

Rund um die Stiftskirche ist man nun froh, dass es in Fröndenberg glimpflich ausging. „Ich bin sofort rausgelaufen, weil ich nicht wusste, ob es im Turm brennt“, sagt Heuser. Der Blitz war just in dem Moment eingeschlagen als Friedhelm Wegener in seiner Predigt den vielsagenden Satz „Herr, wir brauchen deine Begleitung“ gesprochen hatte (WP berichtete). Gottesdienstbesucher aus den vorderen Reihen wollen gesehen haben wie neben dem Marienaltar ein Blitz sogar durch den Innenraum zuckte. Direkt auf der Rückseite steht in der Sakristei der Schaltschrank. Dass es zu keiner Katastrophe kam, ist wohl auch dem guten Blitzschutz des Gebäudes zu verdanken. „Die Anlage ist erst vor zwei Monaten geprüft worden“, sagt Heuser. Alle zwei Jahre gebe es sowieso eine vorgeschriebene Untersuchung.

Um auch die Schäden an den Steuerungsanlagen zu vermeiden, hätte die Gemeinde wohl ein kleines Vermögen in weiteren Blitzschutz für sensible Technik investieren müssen. Ob sich das gelohnt hätte, wird erst die endgültige Schadensaufnahme zeigen. „Etwa eineinhalb Wochen“, rechnet das Unternehmen Diegner und Schade, werde das noch dauern.