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Blitz-Marathon in Menden - Am Südwall die meisten Autofahrer zu schnell

03.07.2012 | 20:00 Uhr
Blitz-Marathon in Menden - Am Südwall die meisten Autofahrer zu schnell
Beim landesweiten Blitzmarathon machte die Polizei – im Bild Andreas Breuer (links) und Jörg Kessel – auch am Südwall Jagd auf Temposünder. Anwohnerin Barbara Scholand hatte darauf aufmerksam gemacht, dass die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit hier oft nicht eingehalten wird. Foto: WP

Menden.   Nachdem Menden beim Blitz-Marathon fast vergessen wurde, hat die Polizei bei der landesweiten Aktion doch noch in der Hönnestadt geblitzt - und zwar am Südwall. Dort gilt eigentlich Schrittgeschwindigkeit.

Schrittgeschwindigkeit wird selten gefahren. Etwa drei Viertel aller Autofahrer am Südwall sind zu schnell unterwegs, schätzt Anwohnerin Barbara Scholand. Vor dem Haus der 62-Jährigen am Südwall 28 hatte die Polizei am Dienstagvormittag beim landesweiten Blitzmarathon ihr Lasermessgerät aufgebaut.

Barbara Scholand wohnt seit einem halben Jahr am Südwall. Früher hat sie bereits schon einmal in dem Haus gewohnt, bevor sie vor zehn Jahren berufsbedingt umzog. „Damals sind die Autos hier nicht so schnell gefahren“, blickt Barbara Scholand zurück. Vor allem Taxifahrer und Lieferdienste seien es, die es mit der Geschwindigkeit in der engen Einbahnstraße nicht so genau nähmen. Dadurch könnten gefährliche Situationen entstehen – vor allem für Senioren, die beispielsweise mit einem Rollator unterwegs sind, oder für spielende Kinder, warnt Barbara Scholand.

Ähnlich sei die Situation auf der anderen Seite ihres Hauses, in der Wasserstraße. „Ich habe oft genug beobachtet, wie hier ältere Damen mit Rollator von einem Taxi überholt werden, das danach weiterbrettert“, berichtet die Anwohnerin. Kürzlich hat sie einen Autofahrer, der nicht mit der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit unterwegs war, angehalten, um ihn auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Dafür kassierte sie wüste Beschimpfungen und wenig Verständnis.

Gespräch zwischen Anwohnern und Autofahrern

Das war am Dienstag, als Barbara Scholand im Beisein der Polizei vor ihrem Haus stand, naturgemäß anders. Die meisten Autos fuhren mit Schrittgeschwindigkeit durch den Südwall. Kein Wunder: Zum einen verhinderte ein großer Möbelwagen am Ende der Straße, aus dem gerade abgeladen wurde, die schnelle Durchfahrt. Und zum anderen war die Polizei in der engen Gasse weithin sichtbar.

Größte Schwierigkeit am Dienstagvormittag: Lasermessgeräte erfassen erst Autos mit einer Geschwindigkeit ab 20 km/h, berichtete Andreas Bräuer vom Verkehrsdienst. Wenn ein Fahrer mit 19 km/h – also deutlich schneller als mit Schrittgeschwindigkeit – unterwegs ist, kann dies vom Lasergerät nicht gemessen werden. Dann wird von der Polizei mit erfahrenem Auge geschätzt, ob das gefahrene Tempo noch Schrittgeschwindigkeit ist. So stoppte Jörg Kessel vom Verkehrsdienst gestern eine 74-jährige Dame, die mit aufheulendem Motor und sehr zügig in den Südwall eingebogen war. Die Fahrerin zeigte Verständnis und versprach, beim nächsten Mal langsamer zu fahren.

Auch wenn es in Menden sicher Stellen gibt, an denen die Gefahr eines Unfalls höher ist: Andreas Breuer betont, dass die Aktion am Südwall dennoch sinnvoll war: „Wenn Anwohner selbst mit Autofahrern ins Gespräch kommen, kann man viel mehr erreichen, als wenn wir es als Polizisten tun.“

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