Big-Band-Festival wie im New Yorker Savoy

Menden..  Fünf Bigbands. Zwei Bühnen. Mehr als 120 Musiker. Profis der vielfach preisgekrönten Dortmunder Glen-Buschmann-Jazzakademie. Großartige Solisten wie die Sängerin Dian Pratiwi aus Bali oder der US-Trompeter Ryan Carniaux, dazu Talente aus Menden, Iserlohn und Hemer. Swing, Latin, Rock, Funk, Balladen, und der Erlös geht für eine besondere Veranstaltung an das Bürgerbad Leitmecke: Was sich der heimische Rotary-Club und die Realschule Menden für Freitag, 17. April, haben einfallen lassen, hat auch die ehrwürdige Wilhelmshöhe wohl noch nicht erlebt.

„Bill Ramsey wachgehalten“

Uwe Plath leitet die Bigband der Dortmunder Akademie, und er ist ein Meister des Understatements. Seine Truppe habe es „neulich geschafft, Bill Ramsey auf der Bühne wachzuhalten“, schmunzelt er vor der Presse in der Buchhandlung Daub. Plath könnte auch erzählen, dass sie schon vor 10 000 begeisterten Zuhörern auf einem damals noch friedlichen Taksim-Platz ein Open-Air-Konzert gaben. Dass Dian Pratiwi eine fantastische Stimme hat – und nebenbei Dozentin an der Jazz-Akademie ist, die 1997 aus der damaligen Musikhochschule Dortmund erwuchs. Dass Ryan Carniaux mit der Professur für Trompete an der Essener Folkwang-Musikhochschule gerade erst einen der begehrtesten Lehrstühle in Deutschland erhalten hat. Oder dass die Dortmunder mit dem „East West European Jazz Orchestra“, zu dem auch Musiker aus Rostow am Don und dem serbischen Novi Sad zählen, Erfolge am Fließband feiern.

Doch das besondere Flair dieses Festivals werden ihm die Schüler aus Menden und den Nachbarstädten verleihen. „Auch wenn die Dortmunder in einer anderen Liga spielen, freuen sich die Jugendlichen unheimlich auf dieses Konzert“, berichtet Alexander Schwarze, Leiter von „The Baff“, der Bigband der Realschule Menden, der Uwe Plath für das Projekt begeistern konnte. Zur Vorbereitung werden die jungen Mendener zu beginn der Osterferien auf die Burg Altena ziehen, um dort mehrere Tage zu proben, „bis die Lippen bluten“, schmunzelt Schwarze. Und auch sein Ensemble hat schon Preise geholt – „wir müssen uns nicht verstecken“.

Das gilt erst recht für die WDR-Jazzpreisträger von „Jazzination“: Iserlohner Gesamtschüler, die unter Leitung von Wilfried Pieper stehen. Dazu gesellen sich „Jazamwo“ vom Woeste-Gymnasium Hemer unter Leitung von Jörg Segtrop und die Mendener Walburgis-Bigband „Jacowabu“, die Henning Hagedorn unter seinen Fittichen hat. Sie alle brennen darauf, ihr Können vor einem großen Publikum zu zeigen.

Rotary-Präsident Manfred Döring setzt darauf, dass alle an diesem Abend gewinnen: das Mendener Publikum, das einen einzigartigen Abend genießen kann, die jungen Musiker, die ein unvergessliches Erlebnis haben, und die Ehrenamtlichen der Leitmecke, „die für ihre großartige Arbeit belohnt werden“.