Bestreikter Streik: In Menden kommt Post weiter pünktlich

Achim Gahr, Pressesprecher der Deutschen Post, hat gute Nachrichten für Menden
Achim Gahr, Pressesprecher der Deutschen Post, hat gute Nachrichten für Menden
Foto: WR
Was wir bereits wissen
Achim Gahr, Pressersprecher der Deutschen Post, kann die Mendener Bürger beruhigen, die in Sorge um ihre Pakete und Briefe sind. Denn die Bewohner werden den Poststreik kaum bemerken: Sämtliche Zusteller in den 36 Bezirken arbeiten weiter.

Menden/Düsseldorf..  Von Poststreik keine Spur: Die Sendungen aus dem Briefverteilzentrum in Hagen kommen in Menden jetzt zwar unsortierter an als sonst, aber sie kommen an. Und in Menden stehen nach WP-Informationen sämtliche Zusteller in ihren 36 Bezirken bereit, die Post auch auszutragen. Vertretungen und Springer seien ebenfalls am Start, hieß es gestern weiter.

Diese äußerst geringe Beteiligung wundert Achim Gahr nicht. Denn nach Auskunft des Pressesprechers der „Deutsche Post DHL Group“ in Düsseldorf kamen bundesweit 90 Prozent aller Sendungen pünktlich bei ihren Adressaten an, während in überregionalen Medien zuvor von Millionen Sendungen die Rede war, die es wohl nicht mehr zum Adressaten schaffen würden.

Der bestreikte Streik kommt nach Ansicht Gahrs zustande, weil die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Forderungen aufgestellt habe, die den Großteil der Beschäftigten „wenig bis gar nichts angehen“. So seien im Hagener Verteilzentrum zahlreiche Beamte beschäftigt, die ohnehin nicht streiken dürften. Die Tarifkräfte würden über den Haustarifvertrag gut bezahlt, die meisten Zusteller seien hier in der Entgeltgruppe 3 – und erst kürzlich von Zeitverträgen in unbefristete Arbeitsverhältnisse gewechselt. Bei vielen verfingen daher die Forderungen nach einer 36-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich plus 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt nicht.

Und diejenigen, die laut Verdi im Zentrum des unbefristeten Streiks stünden, also die bundesweit 6000 Kräfte der neuen DHL Delivery GmbH, verdienten zwar tatsächlich weniger als die Stamm-Zusteller. Sie stünden sich bei der Post mit dem für sie jetzt geltenden Logistik-Tarif als Paketboten um das Doppelte besser als bei Wettbewerbern mit Mindestlöhnen. Gahr: „2000 dieser Kollegen sind aus dem Wettbewerb gerade zu uns gewechselt, wo sie oft neben dem geringen Lohn auch Arbeitskleidung oder Autos mitbringen müssen. Offenbar sind die Bedingungen bei uns nicht so schlecht.“

Bei Verdi in Hagen war gestern kein Gewerkschafter erreichbar, der zum Stand des Poststreiks in Menden hätte Auskunft geben können. Dort wurde eine Stellungnahme für heute Vormittag angekündigt.