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Bestandsgarantie gefährdet Gesamtschul-Genehmigung

09.11.2011 | 18:20 Uhr
Bestandsgarantie gefährdet Gesamtschul-Genehmigung
Beim Schulausschuss kamen so viele Zuschauer, dass es keine Sitzplätze mehr gab.

Menden/Fröndenberg.   Die am Dienstagabend durch den Schulausschuss ausgesprochene Bestandsgarantie für das Heilig-Geist-Gymnasium (HGG) und die Realschule Menden gefährdet nach Einschätzung des Mendener Fachbereichsleiters Dieter Michel die Genehmigung der Gesamtschule.

Die am Dienstagabend durch den Schulausschuss ausgesprochene Bestandsgarantie für das Heilig-Geist-Gymnasium (HGG) und die Realschule Menden gefährdet nach Einschätzung der Stadtverwaltung die Genehmigung der Gesamtschule.

Die Vertreter der beiden Schulen jubelten Dienstagabend über das Votum des Ausschusses, doch den Schulexperten im Rathaus treibt es die Sorgenfalten auf die Stirn. Knackpunkt ist nach Ansicht des Fachbereichsleiters für Jugend, Familie, Bildung und Soziales, Dieter Michel, das Raumkonzept für die Gesamtschule. Damit die Bezirksregierung Arnsberg die Einrichtung der Gesamtschule genehmigt, müsse Menden eine schlüssige Raumplanung für die neue Schule vorlegen. Wenn aber infolge der Bestandsgarantie für HGG und Realschule die Gesamtschüler auf verschiedene Schulstandorte im Stadtgebiet verteilt werden müssten, könnte das für die Bezirksregierung möglicherweise ein Ausschlusskriterium sein.

„Es ist eine schwierige Geschichte, die da am Dienstag beschlossen worden ist“, urteilt deshalb Dieter Michel gegenüber der WP. Selbst die Aussicht, dass die Gesamtschule im Einvernehmen mit HGG und Realschule dort zusätzliche Räume bekommt, sei für die Bezirksregierung seiner Ansicht nach wahrscheinlich eine zu vage Aussage.

Die Gründung einer Gesamtschule mit mehreren Standorten ist in der Tat problematisch, wie der Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg der WP bestätigt. Diese Konstruktion werde „aus schulfachlicher Sicht kritisch gesehen“, sagt Christoph Söbbeler. Vor allem in der „Aufbauphase“ sei der Schulbetrieb an mehreren Standorten schwierig zu organisieren. Eine Genehmigung dieses Konstrukts sei schulrechtlich aber in Ausnahmefällen möglich. „Es kommt im Einzelfall auf die Begründung an“, erklärt Söbbeler.

Dieter Michel hofft trotzdem , dass die Politik die Entscheidung von Dienstagabend noch einmal überdenkt und der Stadtrat das Votum des Schulausschusses „kippt“. Er sieht nämlich eine weitere Gefahr infolge der von CDU und USF durchgesetzten Bestandsgarantie für die Realschule Menden: Sie kann seiner Ansicht nach sogar die Realschule Lendringsen gefährden, fürchtet Michel. Nämlich dann, wenn die „geschützte“ Realschule wegen der Bestandsgarantie den größeren Zulauf bekäme, „dann geht die Realschule Lendringsen in die Knie“.

Thorsten Bottin

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