Benefizkonzert spült Geld in Stiftungskasse

Foto: WP

Menden..  Wenn fünf Akkordeons zusammen wie eine Orgel klingen, sitzt man mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Konzert des Ensembles „Con Sprituoso“. „Nicht ,con Spirituoso’“, wies Pfarrerin Dorothea Goudefroy auf die eklatante Verwechslungsgefahr der beiden lateinischen Begriffe hin: „Nein, Alkohol brauchen diese fünf Männer nicht, um spritzige Musik zu machen. Flotte, präzise, wunderbar beschwingte Musik...“

Das Benefizkonzert des preisgekrönten Akkordeon-Ensembles leitete am Sonntagabend in der vollbesetzten Heilig-Geist-Kirche das jährliche Fest der Stiftung Kirchenmusik ein, die die Mendener Kirchengemeinde vor fünf Jahren gründete. Dazu passend: fünf junge Musiker, die eine komplette Aufführung von Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ spielten – als Uraufführung in einer Bearbeitung nur für Akkordeons. Bekannt ist das Werk zumeist in der Orchesterfassung von Ravel. Nach einer Pause folgten noch Stücke von Astor Piazolla, Benjamin Britten und Gioachino Rossini.

„Es ist wahrscheinlich keine Musik, die für die Kirche geschrieben wurde. Aber dass sie heute in der Kirche erklingt, macht sie zu Kirchenmusik“, entschied Pfarrerin Goudefroy resolut und erntete beifälliges Lächeln. Nicht nur anspruchsvoll und faszinierend andersartig war dieses Konzert, sondern auch lang: fast zwei Stunden einschließlich Pause. Die Besucher zeigten sich dessen ungeachtet sehr angetan und spendeten am Ausgang eifrig, womit das Polster der Stiftung Kirchenmusik gleich weiter aufgefüttert wurde.

„Wir haben vor fünf Jahren mit 5000 Euro Startkapital begonnen – inzwischen hat es sich mehr als verachtfacht: 41 000 Euro“, vermeldete Pfarrerin Goudefroy nach dem Konzert beim Stiftungsfest im Bodelschwinghsaal. Das Stiftungsvermögen ist damit in einem Jahr um 10 000 Euro gewachsen.

5635 Euro flossen 2014 an Zustiftungen auf das Kirchenmusik-Konto. 1461 Euro brachte das letzte Stiftungskonzert der Mendener Kantorei ein, 2000 Euro sammelten sich trotz Niedrigzinsphase in fünf Jahren an Zinsen an. Ein letztes Mal gab es 1500 Euro von der Mendener Bank, deren Anschubfinanzierung ausläuft. „Vorschläge für weitere Anschubsponsoren sind höchst willkommen“, lud Pfarrerin Goudefroy ein, worauf prompt ein Besucher riet: „Sparkasse fragen.“

Neben einer Vielzahl kleinerer Stifter und Spender gibt es immer wieder Kirchenmusikgönner mit größeren Geldeinlagen: So stiftete Buchhändler Andreas Wallentin die Einnahmen aus der Lesung, die die Buchhandlung Daub mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands, Nikolaus Schneider, und dessen Frau Anne in der Heilig-Geist-Kirche abhielt.