Belegschaft stellt sich hinter Heidenbluth
18.02.2010 | 21:00 Uhr 2010-02-18T21:00:00+0100
Menden. Breite Rückendeckung für Stadtwerke-Geschäftsführer Helmut Heidenbluth von seiner Belegschaft. 79 Mitarbeiter haben gestern bei einer Betriebsversammlung eine Resolution mit der Überschrift „Stadtwerke-Mitarbeiter stehen loyal zu ihrem Geschäftsführer” unterzeichnet.
Nach den Schlagzeilen der vergangenen Tage wollte der Betriebsrat am Donnerstag die Mitarbeiter direkt über das Scheitern der Kooperation informieren. Es wurde dem Vernehmen nach auch lebhaft diskutiert. Und: Eine Unterschriftenliste ging herum, auf der 79 der — inklusive Auszubildenden und Servicepersonal — insgesamt etwa 110 Mitarbeiter der Stadtwerke unterschrieben haben. Vorher war der Resolutionstext per Rund-E-Mail verbreitet worden.
Keine Betriebsrats-Aktion
Eine offizielle Aktion des Betriebsrates scheint der Brief — in dem die Iserlohner Seite aber auch Mendener Aufsichtsratsmitglieder kritisiert werden — aber nicht zu sein, sondern vielmehr eine inoffizielle Mitarbeiterinitiative. Kritiker des Verlaufs der Kooperationsgespräche mit Iserlohn sehen sich indes in ihrer Meinung bestätigt: Am Montag sei erstmals bekannt geworden, dass die angestrebten Einsparungen beim Personal durch die Fusion nicht allein mit einer natürlichen Fluktuation hätte erreicht werden können.
Vielmehr hätten die Berechnungen ergeben, dass man selbst im günstigsten Falle — also bei großem Wachstum — 47 Stellen in den drei Unternehmen (Stadtwerke Menden, Stadtwerke Iserlohn, Energie AG) hätte abbauen müssen, ohne Wachstum seien es sogar 96 Stellen.
Dies alles hat die Mitarbeiter offensichtlich darin bestärkt, sich nun öffentlich hinter Heidenbluth zu stellen. In der Resolution heißt es: „Wir nehmen mit großem Entsetzen zur Kenntnis, dass hier nach dem Scheitern der Kooperationsverhandlungen mit den Stadtwerken Iserlohn unser Geschäftsführer Helmut Heidenbluth an allem Schuld sein soll.”
Nicht Menden habe die Kooperationsgespräche beendet, sondern Iserlohn: „Daher ist es eine Anmaßung, Herrn Heidenbluth die Schuld für das Scheitern zu geben.”
Richtige Weichen gestellt
Das Team der Stadtwerke Menden habe seit Jahren motiviert und auch erfolgreich zusammengearbeitet. Daher stehe man heute im Wettbewerb blendend da: Das sei nicht zuletzt auch ein Erfolg des Geschäftsführers, der zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Weichen gestellt habe.
Deutlich heißt es zudem: „Wir wollen weiter — nicht zuletzt auch zum Wohle der Stadt Menden — unter Herrn Heidenbluth arbeiten. Nach Beginn der Kooperationsverhandlungen wurde sehr schnell immer klarer, dass von Iserlohner Seite kritisches Hinterfragen nicht gewünscht war.” Da sei es kein Wunder, wenn Heidenbluth jetzt als der Buhmann hingestellt werde.
Heidenbluth sei ein erfahrener Geschäftsführer mit jahrelangen Branchenerfahrungen, beim Iserlohner Geschäftsführer Dr. Klaus Weimer beschränke sich diese auf gerade einmal zwei Jahre: „Eigentlich ist er Politiker.”
Umfassende Wirtschaftlichkeits- und Risikoüberprüfungen seien ein absolutes Muss gewesen, damit die Wirtschaftlichkeit einer solchen umfassenden Kooperation im Vorhinein einigermaßen sicher abgeschätzt werden könne. Offenbar werde Heidenbluth zum Vorwurf gemacht, dass er hierauf bestanden habe: „Das aber musste er schon im wohlverstandenen Interesse der Stadtwerke wie auch der Stadt Menden. Hier geht schließlich um das Vermögen der Mendener Bürger.”
In dem Zusammenhang sei sicherlich auch die Rolle der Aufsichtsratmitglieder der Stadtwerke Menden kritisch zu hinterfragen. Ziel des Aufsichtsrates solle es doch sein, sich für einen wirtschaftlich gesunden und starken Betrieb der Stadtwerke einzusetzen.
Nicht generell gegen Kooperationen
Die Mitarbeiter der Stadtwerke Menden scheuten nicht generell Kooperationen. Mit anderen Partnern gebe es bereits eine hervorragende Zusammenarbeit: „Aber hier sollte eine Kooperation umgesetzt werden, scheinbar ohne dass es ein Konzept gab (Standort, Personal, Businessplan). Wir stehen hinter unserem Chef!”
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19:15
Riecht irgendwie nach lukrativer Übernahme für Iserlohn. Auf Kosten Mendener Beschäftigter.
17:40
@4:
Sicherlich haben Sie Recht, Herr Weige, wenn Sie anführen, dass alle Politiker ihre Freizeit opfern und ansonsten in einem normalen Arbeitsverhältnis stehen. Von daher ist es um so weniger Verständlich, dass hier ohne Not Arbeitsplätze geopfert werden; und dieses sogar zu Gunsten der Nachbarschaft.
Sind die Politiker nicht gewählt worden, um das Wohl von Menden zu vertreten? Dieses scheint aber inzwischen nicht mehr der Fall zu sein; die Sparkasse ist weg, die VHS und der Baubetriebshof sollen nach Iserlohn. Und beim Thema Stadtwerke macht es den Anschein, als das unsere um das Mendener Wohl ach so bemühten Politiker das Werk auf Teufel komm raus verscherbeln wollen, egal, ob das nun sinnvoll ist oder nicht. Letztendlich hat doch niemand etwas gegen eine Zusammenarbeit, sie muss nur vernünftig geplant und umgesetzt werden. Und wenn dann noch genau in dem Augenblick, wo Menden eine sinnvolle Prüfung und Businesspläne etc. fordert, kneift Iserlohn und die werten Mendener Politiker sind beleidigt. Da passt doch was nicht.
Wann wacht Ihr Politiker endlich mal auf und tut das, wofür Ihr gewählt seid ????
Wir leben in Menden und nicht in Iserlohn.
Als Alternative: fordert doch eine neue Gebietsreform und lasst Menden als Vorort von Iserlohn eingemeinden!
14:49
@3
Hä ????????????
13:35
@2: Ich denke nicht, dass man so blauäugig sein kann, dass es im Rahmen von Kooperationen auch Synergien gibt, die sich auch auf Personalkosten beziehen. Dafür benötigt man wohl keine Beratungsgesellschaft zur Aufklärung sondern nur gesunden Menschenverstand. Trotzdem muss man besonders auf das Personal eingehen. Gewöhnlich steht aber am Anfang eines solchen Kooperationsprozesses ein klares Bild vom Ziel. Natürlich sind Planungen in Form von z.B. Businessplänen, Geschäftsmodellen usw. der Grund einer jeden Verhandlung. Das sollte eigentlich zu Anfang zumindest in 80%iger Form zur Verfügung stehen. Ich habe allerdings auch dann größten Zweifel, dass das einer der verantwortlichen Mendener Aufsichtsräte dann auch noch versteht. Hier war zum grossen Teil eine vom undurchsichtigen GF geführte Laienspielgruppe am Werk. Man kann das ansonsten nicht verstehen. Zum letzten Satz kann man nur sagen: Alle tätigen Kommunalpolitiker opfern ihre Freizeit dafür und sind sonst in Beschäftigungsverhältnissen für die die gleichen Regeln gelten, wie für die Beschäftigten der Stadtwerke (Menden und Iserlohn). es gibt nur einen Privatier, der dort mitmischt.Und das an vorderer Front.
13:06
Vielleicht schreien die gleichen Leute nicht mehr so laut, wenn sie in 2-4 Jahren von der RWE, EON oder dem Stadtwerkeverbund Iserlohn, Hemer, Fröndenberg, Balve geschluckt werden. Aber so weit denkt man ja nicht, wenn man sich nur um den eigenen Vorteil schert, ferngesteuert vom Chef der Stadtwerke. Die Stadtwerke hätten schon 2008 ohne die ENAG rote Zahlen geschrieben, alles wohl egal, auch die Kosten, die jetzt geschultert werden müssen aus der teuren Beratung und die in die nächste Bilanz einfließen werden.
12:25
Soviel zum Thema es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen. Aber nur zu, liebe Politiker, wir können weitere 50 Arbeitslose in Menden gut gebrauchen. Und die Stadt kann sicher auch gut auf die von den Stadtwerken erwirtschafteten Überschüsse verzichten. Finanziell sieht es in Menden doch sooo rosig aus.
Also liebe Politiker, seit Ihr so blind, naiv oder was ist los mit euch? Wieso muss eine Kooperation mit diesen Ausmassen in so kurzer Zeit erfolgen? Was spricht gegen eine Kooperation die vernünftig geplant wird, mit Businessplänen und allem was dazu gehört?
Soll Menden nach der Sparkasse nun auch noch die Stadtwerke als gesundes, kommunales Unternehmen verlieren?
Ihr werdet es schon richten, ihr super Politker. Eure Arbeitslätze sind ja nicht gefährdet.