Baustart für Nordwall-Center in Menden weit entfernt

Ansichten des geplantes Einkaufszentrums Nordwall in Menden
Ansichten des geplantes Einkaufszentrums Nordwall in Menden
Foto: WP

Menden..  Das abbruchreife Parkhaus am Nordwall verfällt zusehends. Die leergezogenen Wohnhäuser in der Gartenstraße wuchern zu. Das „zukünftige Filetstück“ der Mendener Innenstadt zieht sogar neue Leerstände nach sich. Vom geplanten Nordwall-Center ist wenig zu sehen. Nachdem der Stadtrat dem Investor zwei Jahre Gnadenfrist gewährt hat, setzt dieser auf Zeit.

„Wir sind aktiv in der Vermietungsphase“, sagt Investoren-Vertreter Horst Jütte, der sich zuletzt äußerst bedeckt gehalten hatte, auf Nachfrage der WP. Namen von Mietern will Jütte nicht nennen und verweist aufs Geschäftsgeheimnis. „Ich spreche darüber grundsätzlich nicht.“

Bevor die „Vermietungsphase“ nicht abgeschlossen ist, will die ITG noch nicht einmal die Bagger für Abrissarbeiten am Parkhaus oder dem Ex-Dieler-Gebäude anrollen lassen. Auch vom Baustart 2016 ist nun keine Rede mehr.

Jütte hält sich aber auch offen, wie es weitergeht, falls die ITG tatsächlich einmal alle gewünschten Mieter beisammen hat. Nachdem die ITG Anfang des Jahres davon sprach, dass wegen veränderter Zuschnitte eine neue Baugenehmigung notwendig sei, will Jütte nun nicht ausschließen, dass doch alles bei den Ursprungsplänen bleibt. „Wir müssen sehen ...“

Stadtrat verlängerte Kauf-Option

Der Stadtrat hatte dem Investor vor zwei Wochen faktisch zwei weitere Jahre Zeit gegeben, um das Nordwallcenter zu bauen. Ende Juni lief eine Kauf-Option für das Parkhausgrundstück ab, weil die ITG nicht begonnen hatte. Ohne Fristverlängerung hätte der Investor keinen Zugriff mehr auf das zentrale Grundstück gehabt.

Stadtsprecher Manfred Bardtke verweist auf das Votum des Stadtrates. Jetzt sei die ITG am Zug. Unabhängig vom Bau des Nordwallcenters will die Stadtverwaltung noch in diesem Jahr mit dem Umbau der Unnaer Straße im Stil der Fußgängerzone beginnen.

Was passiert, falls das Projekt Nordwallcenter ganz scheitert? Dann trifft das Aus vor allem die eigens gegründete Projektgesellschaft „Geschäftshaus in Menden Wolf GmbH & Co KG“. Diese müsste im Fall einer drohenden Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden. Horst Jütte verweist darauf, dass die Gesellschaft „mit Kapital gut ausgestattet“ sei. Zahlen nennt er nicht. Jütte sagt aber, dass sein Unternehmen ja schon viel Geld in die Hand genommen habe, um Ersatzwohnraum zu bauen.

Laut Handelsregister ist die ITG selbst als Kommanditistin mit 50 000 Einlagevermögen an der GmbH beteiligt. Persönlich haftende Gesellschafterin der Gesellschaft ist die Wolf GmbH. Deren Stammkapital beträgt laut Bundesanzeiger 25 700 Euro. Nur mit diesem Betrag müsste die Wolf GmbH im Pleitefall haften.

Firma mit Briefkasten im Süden

Das Modell extra gegründeter Firmen ist in der Branche üblich. Rund um die ITG befindet sich ein Netz von eigens gegründeten Projektgesellschaften mit nahezu identischen handelnden Personen. Die Firmen heißen nach dem Prinzip „Geschäftshaus in ... GmbH“ und haben einen Briefkasten in Bad Wildungen. Die Geschäfte werden von Düsseldorf geführt.