Bauarbeiter überziehen Frau in Menden mit Haftkleber-Nebel

Nicole S. hat die Spuren noch deutlich im Gesicht. Die kleinen braunen Flecken ähneln Sommersprossen, sind aber Haftkleber.
Nicole S. hat die Spuren noch deutlich im Gesicht. Die kleinen braunen Flecken ähneln Sommersprossen, sind aber Haftkleber.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nicole S. ist von Kopf bis Fuß braun gesprenkelt. Arbeiter haben die Passantin bei Asphaltarbeiten offenbar mit Haftkleber-Nebel eingedeckt.

Menden.. Das sind keine Sommersprossen! Die 37-Jährige ist von Kopf bis Fuß braun gesprenkelt. Ein feiner Nebel aus einer zähen klebrigen Masse überzieht Brille, Handtasche, Blazer, Mantel und Hose. Nicole S. war wohl zur falschen Zeit am falschen Ort. Bei den Asphaltarbeiten auf der Bahnhofstraße hatte das Bauunternehmen offensichtlich etwas zu großzügig gearbeitet und auch die Passantin mit einem Haftkleber-Nebel eingedeckt.

Bislang ist die Schwittenerin die erste Betroffene, die sich gemeldet hat. „Wir prüfen den Fall“, sagt Bauleiter Florian Nikodem vom Lendringser Bauunternehmen Krutmann. „Es war windig.“ Dabei könne auch etwas von dem Nebel auf den Weg geweht worden sein. „So etwas kann passieren.“ Sollte sich die Schuld des Bauunternehmens beweisen, sei das wahrscheinlich ein Fall für die Haftpflicht-Versicherung, sagt Nikodem.

Die 37-Jährige war am Mittwochnachmittag gegen 15.30 Uhr gerade auf dem Rückweg vom Frisör, ging den extra ausgewiesenen Weg vor dem Geschäft „Mendener Fass“ vorbei in Richtung Mühle. Dort habe sie dann ein feuchter Nebel getroffen. „Ich dachte erst, dass das Wasser ist“, sagt die Betroffene. Zuhause stutzte dann der Gatte: „Wie siehst du denn aus?“

Bei der Masse handelt es sich allem Anschein nach um üblichen Haftkleber. Die zähe Flüssigkeit sieht aus wie Rübensirup, ist aber angetrocknet so klebrig wie Harz. Die Bauarbeiter tragen das Material auf die untere Asphaltschicht auf, damit sich die Deckschicht besser mit dem Untergrund verbindet. Als Nicole S. den Nebel abbekam, bereiteten die Bauleute gerade in dem Bereich die Asphaltarbeiten für die Deckschicht vor. Florian Nikodem versichert: „Die Masse ist nicht schädlich für die Gesundheit.“ Für ihn sei es der erste Fall dieser Art.

Stundenlang geschrubbt

Nicole S. hat noch am Mittwochabend stundenlang geschrubbt, um die Sprenkel von Haut und Haaren zu bekommen. Die Kleidung dagegen wird wohl kaum noch zu retten sein. Und auch auf dem Autositz im nagelneuen VW Beetle hat die bespritzte Handtasche ihre Spuren hinterlassen. „Das Auto haben wir am Samstag in Wolfsburg abgeholt“, sagt die 37-Jährige.

Sie geht davon aus, dass sie nicht die einzige Betroffene ist. „Zu dieser Zeit sind noch viele andere Passanten diesen Weg gegangen.“ Auch Hausbesitzern rate sie, mal genau auf die Fassaden zu schauen.

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