Bald Handel und Gastro am Rentschreiberturm?

Bald Handel und Gastronomie im Bereich Rentschreiberturm?.
Bald Handel und Gastronomie im Bereich Rentschreiberturm?.
Foto: WP

Menden..  Es gibt gleich drei wichtige neue Nachrichten für die Entwicklung der Mendener Innenstadt. 1. Architekt Hans-Georg Simon will die Achse Bahnhof-Fußgängerzone stärken. Mit einem Anbau an das „Mendener Schloss“ in Richtung Rathaus, um die bestehenden Ladenlokale größer und attraktiver zu machen oder auch Gastronomie zu ermöglichen. 2. Die AOK steht als erster Mieter für das neue Bahnhofsgebäude fest. Die Krankenkasse wird dafür ihren Standort an der Gartenstraße aufgeben. 3. Die Pläne für das Einkaufszentrum Nordwall sollen nächste Woche eine entscheidende Hürde nehmen. Die Planungen sind jetzt so weit konkret, dass die Bürgerbeteiligung starten kann. Im Einzelnen:

1. „Rentschreiberturm“: Kommt es bald zu einem völlig neuen Gesicht und einer deutlichen Stärkung der Bahnhofstraße? Architekt Hans-Georg Simon steht jedenfalls in den Startlöchern. Als Inhaber des Bahnhofstraßen-Gebäudes 20 (ehemals „Mendener Schloss“/Amecke) könnte er sich eine Erweiterung vorstellen. Simons Ausgangspunkt: „Der kleine Spielplatz am Neumarkt ist wenig attraktiv und wird kaum von Kindern frequentiert. Ich könnte mir vorstellen, das Gelände zu erwerben und würde mich auch finanziell an einer Verlegung des jetzigen Spielplatzes beteiligen.“ Mit dem Grunderwerb könnten unter anderem die gewerblichen Flächen im Erdgeschoss des Gebäudes erweitert werden. Sein Kaufinteresse ist Thema im Bauausschuss am kommenden Donnerstag. Konkrete Nutzungsideen hat Simon derzeit nicht. „Ist ja vieles denkbar. Eine attraktive Einzelhandelsnutzung ist möglich. Aber es ist meinerseits absolut nichts in trockenen Tüchern.“ In einer neuen und gestärkten Achse „Bahnhof/Bahnhofstraße“ sei auch Außengastronomie mit Freiluftplätzen denkbar – „auch in Verbindung mit dem Rentschreiberturm“, heißt es in Simons Schreiben an die Stadt.

2. AOK: Die Krankenkasse wird im April oder Mai ihre neuen Räumlichkeiten im Obergeschoss des Bahnhofs beziehen. Das bestätigte gestern Björn Diergardt, Abteilungsleiter Interner Service der AOK, auf Anfrage der WESTFALENPOST. „Wir freuen uns auf den Umzug. Das bedeutet für uns eine klare Umfeld-Verbesserung. Der Bahnhof liegt nah zur Innenstadt, Parkplätze gibt es genug – und wir sind dann direkt an Bus und Bahn angebunden.“ Der Bahnhof wird potenzielle Anlaufstelle für 16 000 Menschen sein: So viele Versicherte hat die AOK in Menden.

3. Einkaufszentrum Nordwall: „Offenlage“ ist für Fachleute das Schlagwort, dass ein Bau-Projekt recht weit vorangeschritten ist. Für das geplante Einkaufszentrum Nordwall soll der Bauausschuss nächsten Donnerstag, 8. November, die „Offenlage“, also die Auslegung der konkreten Unterlagen für den Bebauungsplan, beschließen. Einen Monat lang haben die Bürger dann die Möglichkeit, ihre Anregungen einzureichen. Danach entscheidet endgültig die Politik über den Bebauungsplan. Ist er in Kraft, kann die Baugenehmigung für das Einkaufszentrum geprüft werden.

In dem Entwurf für den Bebauungsplan steht unter anderem, dass das Gebäude nicht höher als Deutsche Bank und „Döpi“ werden darf, dass das Verkehrsaufkommen laut Gutachter zu bewältigen ist und dass noch bei der Baugenehmigungs-Prüfung geschaut werden muss, ob Schallschutzbauten nötig sind. Zudem: Der geplante Elektromarkt könne zu negativen Auswirkungen für die bestehende Händler führen. Das Interesse an einer Attraktivitätssteigerung der Innenstadt sei aber höher zu werten. In einem separaten Vertrag mit dem Investor wird festgelegt, wie viel Verkaufsfläche er insgesamt und für einzelne Branchen anbieten darf.