Das aktuelle Wetter Menden 18°C
Bahnhof Menden

Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau

10.09.2010 | 00:06 Uhr
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
Der Schandfleck Bahnhof Menden.

Menden.
Widerspruch aus Reihen der Albert-Erben in Sachen Bahnhof: Der Abriss sei keineswegs, wie von der Stadt dargestellt, an Differenzen innerhalb der Erbengemeinschaft gescheitert. Vielmehr liege es an technischen ­Problemen: Der Bahnhof lasse sich nur mit großem Aufwand abreißen, so Frank Albert. Das lohne nur, wenn gleich neu gebaut werde.

„Es gibt keine internen Differenzen innerhalb der Erbengemeinschaft“, so der in Österreich lebende Frank Albert im Gespräch mit der WESTFALENPOST. „Wir wollen ja, dass der Bahnhof verschwindet. Meine Halbgeschwister in Menden sicherlich noch mehr als ich in Österreich.“ Man sei sogar bereit, den Abriss allein zu stemmen – auch ohne den Vertrag mit der Stadt. Allerdings sei dies technisch nicht so einfach möglich und damit ineffizient, solange dort kein neues Gebäude gebaut werde.

Am Anfang habe sich alles ganz einfach angehört, aber nachdem man einen Experten eingeschaltet habe, hätten sich die Probleme gezeigt: Es hätte Schwierigkeiten mit dem Verfüllen und dem Zugang zu den Bahngleisen, der garantiert werden müsse, gegeben. „Da steckt keine Taktik hinter, aber wir konnten den Vertrag in der Form nicht unterzeichnen“, so Frank Albert. „So leid es uns auch tut, aber es war ein Effizienzproblem.“

„Investoren heiß machen“

Den Ärger der Mendener Bürger findet der Sohn des verstorbenen Peter Albert verständlich, er ist aber dennoch zuversichtlich, dass es schnell zu Bewegung am Bahnhof kommen werde. Dabei setzen die Albert-Erben offensichtlich nicht mehr auf die Testamentsvollstreckerin Dr. Gabriele Fricke und den Geschäftsführer Hubert Kuschel.

Diese, so Frank Albert, hätten zwar in den vergangenen Jahren zuverlässig gearbeitet. Nun habe er aber einen Bauexperten eingeschaltet, der sich um die Vermarktung des Bahnhofs kümmern solle. Der frühere Expansions-Chef der OBI-Baumarktkette verfüge über gute Kontakte in die Branche: „Er hat bereits mit einigen Investoren zusammengearbeitet, die er jetzt für den Bahnhof in Menden heiß gemacht hat. Dessen Lage ist ja gut.“ Albert glaubt auch, dass es schnell gehen kann: „Ich sehe einen realistischen Zeithorizont bis Ende des Jahres, in dem sich etwas bewegt.“

Dann wird die spannende Frage sein, ob die Pläne eines möglichen Investors in den Bebauungsplan für das Areal passen, den die Stadtverwaltung angeregt hatte und der derzeit seinen Gang durch die politischen Gremien nimmt. Das Ziel: Nicht mehr – wie bislang geschehen – einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für einen Investor schmieden. Diese Versuche waren bislang nämlich immer an fehlenden politischen Mehrheiten gescheitert. Sondern vielmehr den Investoren vorgeben, was die Stadt auf dem Gelände zulässt.

Michael Koch

Facebook
 
Kommentare
11.09.2010
17:51
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von Heimat | #12

Der Bahnhof ist zweimal am Tag Mittelpunkt meines Lebens. Morgens, wenn ich dort in den Zug steige & Abends, wenn ich wieder aussteige. Dieses wirklich schöne Gebäude mit dem Wort Schandfleck zu belegen, finde ich nicht wirklich schön. Denn es liegt super, es sieht super aus, mann könnte soviel daraus machen (gerade im Kulturellen bereich lieber Herr Bürgermeister). Aber es passiert nichts. Ein schickes Cafe, mit kleinkunstbuehne, ich wäre sofort bereit das ganze zu betreieben!

also Traut euch liebe Mendener!

11.09.2010
12:53
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von marwang | #11

wenn mendener nicht in der lage sind was auf die reihe zu bekommen holt euch hilfe aus hemer siehe sparkassenpleite

11.09.2010
09:45
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von Realist59 | #10

Gestern in Menden unterwegs gewesen. Habe mir mal , mit Blick von der Bäckerei gegenüber vorgestellt, wie das alte Rathaus mit dem Granit wirkt. Mensch, lasst die Finger davon,so wie es ist ist es gut. Das passt zu Menden. Aus einer mittelalterlichen Stadt kann man keine moderne, kalte Stadt machen.
Genauso ist es am Bahnhof. Wer hat sich schon mal die Mühe gemacht und wirklich mal die Bausubstanz geprüft. Ist es nicht doch erhaltenswert ? Was soll ein großer , viereckiger Betonklotz uns vom Eingangstor Menden sagen ?
Kann man den Bahnhof nicht restaurieren und den Vorplatz schön gestalten ( mit Konjunkturmittel). Springbrunnen und Grünfläche ?
Im Bahnhof ein Kaffee und in den anderen Räumlichkeiten eventuell die VHS ?
Das sind nur Vorschläge , aber warum nicht darüber nachdenken ?

11.09.2010
08:55
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von DerVonHier | #9

GE-schlafen ist da das falsche Wort.
Die Stadt SCHLÄFT sowie der Rat.
Ich könnte nun 100 Euro auf den Tisch legen, dass wenn die Erbengemeinschaft nen Plan vorlegt, der von der Stadt abgewiesen wird!

WARUM?
Weil die Idee nicht aus Menden kommt und es doch ein Rückschlag Mendener Politiker wäre, einen derartigen Plan anderer zu akzeptieren.

Die wollen nur deren Willen durchsetzen zum Nachteil aller Bürger in Menden - so wie in jeder Sache.
Hauptsache vor dem alten Rathhaus liegt bald Marmor!

So viel dazu.
Armes Menden.

10.09.2010
23:21
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von ichglaubsnicht | #8

ch hatte vor vielen Jahren immer wieder mal beruflich in Menden zu tun, damals viel mir schon der arg vergammelte Bahnhof auf. Als ich darüber mit einem Kunden sprach, meinte dieser: „ach das Gebäude wird wohl bald abgerissen, da soll was neues gebaut werden“.
Um so erstaunter bin ich das dieser Schandfleck immer noch da ist. Kann es sein, auch wenn es nur Spekulation ist, dass da einige Leute geschlafen haben?

10.09.2010
22:23
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von elfi | #7

was macht denn eigentlich der Bürgerverein Bahnhof ???

Gibt es die noch ? haben die überhaupt schon mal was auf die Beine gestellt, außer nen bisschen Farbe an ne Wand ?

10.09.2010
22:16
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von Bahner | #6

So wird unser Bahnhof beworben....

Heute ist es eine Ruine mit verbretterten Fenstern, verschönerter Fassade und einem unvergleichlichen Wohlfühlfaktor

Eine schmale, dreckige und häufig überflutete Unterführung zwingt den Bahnkunden zum unterqueren der Gleise. Diese wird extra parfümiert, um Urin oder ähnliche biologische Abbauprodukte zu überdecken. Wer diesem Ort entgehen will, wird beim Gleisqueren mit 25 Euro bestraft. Pest oder Cholera. Es gab mal eine Zeit, wo morgens bei Ankunft der Schülerzüge die Bundespolizei wachte.

10.09.2010
21:47
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von Ruhrik | #5

Die Lage erfordert allmählich eine Güterabwägung zwischen Privateigentum und öffentlichen Belangen. Offenbar sind die Erben nicht in der Lage, der grundgesetzlichen Sozialverpflichtung des Eigentums zu entsprechen. Für diesen Fall gibt es Rechtsmittel, die es erlauben, den egozentrischen Querulanten ihr Spielzeug wegzunehmen, damit weiterer Schaden von der städtebaulichen Entwicklung abgewendet werden kann und die Verwaltung nicht ständig für den Papierkorb arbeiten muss.

10.09.2010
14:05
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von osis | #4

Es gab bisher nur ein ernstes halbgare Projekt. Das war das städtebauliche Monster von Breuer.

Ansonsten gab es noch Bettermann, der eine Projektskizze (!) vorgelegt hat. Alles andere war heiße Luft.

10.09.2010
13:58
Bahnhof-Abriss in Menden lohnt nur bei Neubau
von Mendener im Exil | #3

Da Nichtstun für Verwaltungsbedienstete offensichtlich keine negativen Auswirkungen hat und Baulärm ja eventuell die Ruhe stören könnte, wird - egal was die Erben aus dem Hut ziehen- es von den Verwaltungsmühlen wohl genauso zerrieben werden wie die bisherigen Projekte.

(Achtung, Ironie)

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3689988/create

Aktuelle Fotos und Videos
Fußballpfingsten in Menden
Bildgalerie
Fußball
TT-Turnier in Lendringsen
Bildgalerie
Tischtennis
Pfingstkirmes in Menden
Bildgalerie
Kirmes
Land unter in Menden-Asbeck
Bildgalerie
Unwetter
Aus dem Ressort
Projekt Feuchtwiese ist Teamarbeit
Naturschutz
Für dieses Projekt ziehen gleich mehrere Beteiligte erfolgreich an einem Strang. Ende der 1980er Jahre hatte die Stadt in den Ruhrauen eine 5000 Quadratmeter große Fläche gekauft mit dem Ziel, dort eine Feuchtwiese entstehen zu lassen. Inzwischen hat sich die dafür typische Pflanzen- und Tierwelt
250 Patienten in der Ambulanz
St.-Vincenz-Krankenhaus
Das Pfingst-Wochenende hat die Ambulanz des Mendener St.-Vincenz-Krankenhauses vor besondere Herausforderungen gestellt. Knapp 250 Menschen haben dort während der Pfingsttage Hilfe gesucht, wie Pressesprecherin Donata Pertzborn-Wagner berichtet.