Autoknacker schlagen an jedem zweiten Tag zu

Menden..  Exakt 195 Auto-Aufbrüche pro Jahr verzeichnete die Polizei in Menden – und zwar für 2012 ebenso wie für 2013. Die Automarder schlugen also im Schnitt an jedem zweiten Tag zu. Ob sie auch 2014 wieder eine Punktlandung hinlegten, wird erst in Kürze klar sein. Was aber viele erschreckte, ist die bereits bekannt gewordene Aufklärungsquote für den Märkischen Kreis: Sie lag nur bei 3,6 Prozent, was der heimischen Polizei landesweit fast die Rote Laterne einbringt – nur der Ennepe-Ruhr-Kreis lag mit 2,8 Prozent noch schlechter (die WP berichtete im Hauptteil). Während im Kreis Minden-Lübbecke im letzten Jahr jeder zweite Pkw-Aufbruch aufgeklärt wird, ist es im Märkischen Kreis nur jeder dreißigste. Das liege nicht an der Polizei, sondern am Charakter dieser Delikte als Serienstraftaten, erklärt Marcel Vormann, Sprecher der Polizei im MK.

Enorme Sprünge in der Quote

Denn fasse man einen Täter, „dann steigt die Quote sprunghaft wieder an“. Die wenigsten Autoknacker stammen nun mal aus der Umgebung des Tatortes. Die Polizei habe es vielmehr mit reisenden Banden zu tun, auf deren Konto jeweils zahlreiche Einzeltaten gehen. Das mache auch die überörtliche Zusammenarbeit der Behörden unverzichtbar. Das enorme Gefälle zwischen einzelnen Städten und Kreisen lasse sich zudem mit den Tücken der Prozentzahl erklären: Wer zwei Aufbrüche zu klären hat und das bei einem schafft, darf sich sogleich über eine vermeintlich hohe 50-Prozent-Erfolgsquote freuen. Dennoch: Auch im Landesschnitt liegt der Märkische Kreis weit hinten. Denn in ganz NRW wird immerhin noch fast jeder zehnte Auto-Aufbruch aufgeklärt – für den MK schon eine Traumquote.

Dass sich Zahlen indes wirklich schlagartig ändern können, beweist die Mendener Statistik bei den Einbruchsdiebstählen in Wohnungen. Deren Zahl blieb 2012 und 2013 mit 112 und 114 Delikten stabil. Die Aufklärungsquote für das Seriendelikt stieg aber von einem aufs andere Jahr von 11 auf satte 75 Prozent.

Autoknackern keine Anreize bieten

Wie bei diesen Delikten rät die Polizei allen Bürgern auch rund um ihre Autos zu einfachen, aber wirksamen Schutzmaßnahmen. „Man sollte nichts im Auto liegen lassen, was von Wert ist und schon im Vorbeigehen auf den ersten Blick gesehen werden kann“, sagt Marcel Vormann. Schon das Navi an der Windschutzscheibe könne eine solchen Anreiz bieten. Erst recht gelte das für Handtaschen, Portmonees oder sonstige offensichtlich lohnende Beutestücke auf den Sitzen.

Ganz wichtig sei das Abschließen des Fahrzeugs: „Man glaubt gar nicht, wie häufig Autos von Tätern nicht mehr aufgebrochen werden müssen, weil sie von unachtsamen Fahrern unabgeschlossen auf Parkplätzen oder an der Straße stehen gelassen wurden“, berichtet der Polizeisprecher. Dann müsse sich niemand über Diebstähle wundern.