Ausstellung zeigt Industriegeschichte von Menden

Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck mit einem Wäschestampfer.
Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck mit einem Wäschestampfer.
Foto: WP

Menden..  Iron Men – Eisen-Männer: So lautet der Titel einer Sonderausstellung ab Samstag, 25. April, im Mendener Museum. Die Ausstellung widmet sich der „Industriellen Revolution an der Hönne“. Eröffnung der Ausstellung ist am Freitag, 24. April, um 18 Uhr im alten Ratssaal.

Die Ausstellung bietet sogar noch mehr als der Titel verspricht. Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck und die Männergruppe der Industriegeschichtswerkstatt tragen gerade im Museum nicht weniger als einen Überblick über die komplette Mendener Industriegeschichte zusammen.

Spannende Geschichten

„Viele spannende Geschichten sind mit der Jahrhunderte alten heimischen Industriegeschichte verbunden“, heißt es in der Ankündigung. „Ein Fall von Industriespionage mit der Entführung eines Drahtziehers von Altena nach Menden erschütterte im Jahr 1721 die heimische Wirtschaftswelt, es wurden einmal Seidenraupen für die Seidenweber in Menden gezüchtet, hier wurde die erste Drahtgeflechtmaschine Europas gebaut, die der Legende nach den längsten Zaun der Welt in Australien hergestellt haben soll.“ Jutta Törnig-Struck erzählt von einem „handfesten Skandal um die Mendener Opal-Werke und ihren Geschäftsführer Margaritoff, der nach dem Krieg die wollbestrumpften Trümmerfrauen mit Nylonstrümpfen beglückte“.

Industriekulturell betrachtet waren Mendener Unternehmer einmal echte Pioniere. Mit ihren unternehmerischen Visionen, ihrer Tatkraft und ihrer Risikobereitschaft brachten sie die indus-trielle Entwicklung der gesamten südwestfälischen Region voran. Über viele Jahrzehnte war Menden ein bedeutendes Zentrum der metallverarbeitenden Industrie.

Graveur bei der Eröffnung

Bei der Eröffnung werden die Teilnehmer der Industriegeschichtswerkstatt, die sich seit Wochen tatkräftig um den Aufbau der Ausstellung gekümmert haben, über ihre ganz persönlichen Verbindungen zu den heimischen Unternehmen berichten. Bürgermeister Volker Fleige wird die Gäste begrüßen. Der Vorsitzende des Museumsvereins, Rudolf Düppe, übernimmt zusammen mit Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck die Einführung.

Anschließend sind alle Besucher herzlich eingeladen, die Ausstellung im benachbarten Museum zu besichtigen.

Besondere Vorführung

Im Museum wird der Graveur Jochem Meier, der seine Ausbildung bei Devotionalien Kissing gemacht hat, an einem historischen Graveurstisch der Firma Kissing eine kurze Vorführung seines Handwerks geben.

Viele Exponate aus der Museumssammlung, aus Privatbesitz und aus dem Bestand heimischer Unternehmen geben einen Einblick in die Geschichte der Mendener Industrie, die mit der Eisengewinnung und Eisenverarbeitung durch die Industriepioniere der adeligen Familie von Dücker ihren Anfang nahm und anschließend von der Nadelfabrikation bis zum Nylonstrumpf führte.