Aus der Sitzung zum Friedhof

"Schwalbe 1" hieß die streng geheime Untertageverlagerung, für die im Kalksteinbruch Oberrödinghausen mehr als 2 Kilometer Stollen durch NS-Zwangsarbeiter und Strafgefangene in den Berg getrieben wurden.
"Schwalbe 1" hieß die streng geheime Untertageverlagerung, für die im Kalksteinbruch Oberrödinghausen mehr als 2 Kilometer Stollen durch NS-Zwangsarbeiter und Strafgefangene in den Berg getrieben wurden.
Foto: Horst Hassel

Menden..  Wenn heute ab 17 Uhr mit dem Haupt- und Finanzausschuss das wichtigste politische Gremium nach dem Stadtrat tagt, muss Bürgermeister Volker Fleige als Vorsitzender diese Sitzung vorzeitig verlassen. Der Grund: Am heutigen 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz findet ab 18 Uhr auf dem Lendringser Friedhof erstmals eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des NS-Rüstungsprojekts Schwalbe 1 statt, zu der alle Bürger eingeladen sind. In den Schwalbe-Stollen starben in den letzten Kriegsmonaten zahlreiche Zwangsarbeiter.

Ratsfraktionen müssen improvisieren

Fleige soll im Eingang des Friedhofs die Teilnehmer begrüßen. Dann erläutert Antonius Fricke das Lager Schwalbe, es folgt der Gang zur Gedenkstätte, eingerahmt von Fackelträgern einer Jugendgruppe von Menden United. Denkmalschützerin Ulrike Lischka stellt das Ehrenmal vor, der Bürgermeister legt einen Kranz nieder. Mehrere Fraktionsspitzen wollen die laut Fleige unvermeidbare Überschneidung durch Vertretungen bewältigen.