Auf einem anderen Weg

Noch 300 Tage, dann gibt’s wieder Spekulatius. Noch sind wir dabei, die Weihnachtsbäume zu entsorgen. Nach und nach erlöschen die Lichter der Weihnachtsdekoration. Wir haben viel von Frieden gehört und uns alles Gute für 2015 gewünscht.

Und nun beginnt wieder der Alltag. Die Drei Könige waren die letzten Weihnachtsboten im neuen Jahr. Sie waren dem Licht gefolgt, haben Jesus gefunden, offenbar nicht nur in Bethlehem, sondern auch für ihre Lebensgestaltung. Sie gehen auf einem anderen Weg zurück in ihren Alltag, denn sie haben sich von Herodes nicht täuschen lassen.

Am Anfang des Lebens Jesu steht der verlogene König, am Ende ist es Pilatus, der seine Hände in Unschuld wäscht. Bis heute gibt es menschenverachtende Zeitgenossen, die sich der Macht, dem Terror und dem Reichtum verschreiben.

Aber es gibt auch die auf dem anderen Weg. Die Drei Könige und die Hirten von Bethlehem ließen sich erfüllen vom Licht aus der Höhe. In ihnen wirkte Weihnachten nachhaltig. Wer Weihnachten gefeiert hat mit der Erfahrung des Lichtes, der muss nicht in die Dunkelheiten des Alltags zurückkehren. Er kann hochgemut und zuversichtlich von der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes sprechen. Er weiß Gott an seiner Seite.

Sicher gibt es unter den hunderttausenden Flüchtlingen viele Weise aus dem Morgenland. Wie damals die Hirten stehen sie bei uns am Rand der Gesellschaft. Wer Frieden gestalten will in unserm Land, der bleibt nicht sitzen wie Herodes oder Pilatus in ihrer Angst. Er rettet die Botschaft von Weihnachten ins Neue Jahr hinein, vielleicht auf einem anderen Weg.

Dieser Jesus von Nazareth verstand es schon in Bethlehem, Fremde zu integrieren und kleine Leute einzuladen. Vielleicht gelingt es uns, auf andere zuzugehen, mit ihnen zu sprechen, vielleicht sogar über Gott.

Einen guten Sonntag wünscht

Ihr Pastor Reinhold Theune