Arbeiten unter dem Schutz Gottes

Raimund Rosumek (l) und Andreas Kleps erneuern die Elektrik in St. Vincenz.
Raimund Rosumek (l) und Andreas Kleps erneuern die Elektrik in St. Vincenz.
Foto: WP

Menden..  Seit 700 Jahren wird an der St.-Vincenz-Kirche gebaut, umgebaut oder neu gestaltet. Im Jahr 2006 fand die vorerst letzte große Renovierung statt. Die elektrische Anlage der Kirche befand sich allerdings bis heute nicht mehr auf dem neuesten Stand.

„Zwischenzeitlich hatten wir Ausfälle, und manchmal wurde es plötzlich dunkel“, erklärt André Quante-Blankennagel, Küster und Diakon der St.-Vincenz-Gemeinde in Menden. Mit Akribie kümmert er sich nun um die Erneuerung der Schalttafeln und -schränke und hat selbst auf einer großen Kunststofftafel einen Grundriss der Kirche angefertigt. Die Mitarbeiter von Elektro-Wetschewald, Andreas Kleps und Raimund Rosumek, werden in diese Platte Tastschalter mit Kontrollleuchten einbauen, damit man jederzeit erkennen kann, welcher Schaltkreis in Betrieb ist.

Noch schauen bündelweise Kabel aus den inzwischen erneuerten Schaltkästen. „Unsere Vorgänger haben hier nichts beschriftet. Hier hängen 141 Leuchten dran, aber auch andere Stromverbraucher wie zum Beispiel die Orgel. Insgesamt sind das etwa 40 kWh“, erklärt Raimund Rosumek die Problematik.

„Zwei Tage haben wir schon zum Auseinanderbauen und Beschriften der Kabelbäume benötigt. Die Vorbereitungen waren gewaltig“, ergänzt Andreas Kleps. Die beiden hoffen, bis zum Wochenende fertig zu werden. Zwischenzeitlich ist André Quante-Blankennagel mit einer hydraulischen Arbeitsbühne im Kirchenschiff in zehn Metern Höhe unterwegs, dort muss er einige Leuchtkörper auswechseln und Strahler in den Ecken der Säulen ausrichten, damit die schlanken Kreuzrippenbögen mit ihren Schlusssteinen im rechten Licht erstrahlen.

„Wir haben bewusst auf LED-Beleuchtung verzichtet, da diese beim Dimmen wohl dunkler wird, aber nicht den warmen Farbton einer konventionellen Lichtquelle erzeugen kann. Strom wollen wir über den effizienteren Einsatz von Licht durch die neue Schaltanlage einsparen“, betont der Küster und Diakon.

Licht sorgt für Stimmung

Im Turm steht der Heilige Vincenz von Saragossa, Schutzpatron und Namensgeber der Kirche. In warmes Licht getaucht, versteht man die Aussage von André Quante-Blankennagel gut: „Eine Kirche lebt von Lichtstimmung.“

Die beiden Elektriker schauen hoffnungsvoll in der Sakristei auf das Kreuz mit dem Corpus Christi. „Der Herr passt auf, und wir geben unser Können dazu“, sagt Andreas Kleps. Raimund Rosumek schaut auf den Kabelsalat, der aus der Wand hängt, und meint dazu: „Etwas Glück benötigen wir wohl auch.“ Der Küster freut sich jedenfalls schon: „Auf den Moment, in dem alles funktioniert und unsere Kirche in schönem Licht erstrahlt, habe ich schon lange gewartet.“