Angriffe auf Retter schockieren DRK-Helfer

Menden..  Sie wollten als Sanitäter auf der Pfingstkirmes Verletzten helfen – und wurden von angetrunkenen Besuchern außer Rand und Band während des Einsatzes attackiert und angepöbelt: „Dass es so etwas anderswo schon gab, wissen wir. Aber in Menden haben wir das noch nicht erlebt, jedenfalls nicht in den 27 Jahren, die ich jetzt dabei bin“, zeigt sich der Mendener Einsatzleiter Rüdiger Morena fassungslos über die Angriffe.

Aufsässige Betrunkene

Sonntagnachmittag: Mitten im Kirmestrubel steht ein Betrunkener am Eingang des neuen Rathauses und schlägt seine Tasche mehrfach gegen die Glastür.

Ein DRKler geht hin und fragt, was los ist. Der Mann mit der Tasche dreht sich um – und hält eine abgebrochene Mineralwasserflasche in der anderen Hand. Mit der messerscharfen Waffe geht er auf den Rotkreuzler los, der ihm gerade noch ausweichen kann. Ein zweiter Angriff bleibt aus, der Mann wankt stattdessen Richtung Bahnhof. Dort nimmt die Polizei ihn fest.

Samstagabend: Auf einer Nebenstraße stolpert ein junger Mann und kommt nicht wieder hoch: irgendwas mit dem Sprunggelenk. Daniel Witt, Einsatzleiter der unterstützenden Hemeraner Rotkreuzler, ist mit Kollegen zur Erstbehandlung da, als ein Betrunkener auf den Verletzten und die Helfer zueiert – und ihnen sein Portmonee und die Autoschlüssel anbietet. Witt: „Der hatte mit der Situation überhaupt nichts zu tun.“ Trotzdem helfen auch Bitten nicht, die DRKler arbeiten zu lassen. Stattdessen wird der 40- bis 50-Jährige immer aufsässiger, beginnt zu pöbeln und wird dann gegenüber den Helfern handgreiflich. Auch hier bereinigt erst die Polizei die Lage.

Samstagabend, etwas später: Zwei Gruppen geraten aneinander, eine junge Frau erhält einen Tritt gegen den Fuß und klagt über starke Schmerzen. Als sie im RTW liegt, will ihr Verlobter mit hinein. Dass der Wagen voll und das Vincenz-Krankenhaus zu Fuß erreichbar ist, interessiert den jungen Mann nicht. Er will zur Freundin in den Wagen – und versucht den RTW mit Gewalt zu stürmen. Wieder kann erst die Polizei den Rasenden stoppen.

Rüdiger Morena zeigt sich ratlos angesichts der sinnlosen Alkohol-Attacken: „Ich bin nur froh, dass keiner unserer Helfer ernstlich verletzt wurde.“