Angler, Modellsportler und Kleingärtner sollen einziehen

Eisbaden im Naturbad Biebertal: Diese Attraktion wird es wohl nie wieder geben.
Eisbaden im Naturbad Biebertal: Diese Attraktion wird es wohl nie wieder geben.
Foto: WP

Lendringsen..  Das Naturbad Biebertal soll nach Ansicht der Stadtverwaltung filetiert werden, damit mehrere Interessenten das Gelände nutzen können. Am morgigen Dienstag soll der Betriebsausschuss Immobilienservice Menden (ISM) diesem Konzept zustimmen. Die Politiker treffen sich deshalb zur Sitzung nicht wie üblich im Ratssaal, sondern bereits um 16.30 Uhr im Naturbad, weil sie das Gelände erst besichtigen wollen.

Das Nutzungskonzept enthält keine bahnbrechenden neuen Ideen. Es greift viele bekannte Vorschläge auf und sieht so aus:

• Rund 3000 Quadratmeter im südlichen Bereich verkauft die Stadt an die benachbarte Firma ATB. Der Betrieb will dort erweitern.

• Der Verein „Gartenfreunde Biebertal“ pachtet im hinteren Teil des ehemaligen Naturbades eine Fläche, auf der Kleingärten angelegt werden können. In dem Verein sind die früheren Kleingärtner von der Hönne an der Balver Straße organisiert (die WP berichtete). Die Kleingärtner könnten einen separaten Eingang zu ihren Parzellen sowie eine eigene Toilettenanlage bekommen.

Sauna-Betreiber zieht sich zurück

• Der Angelsportverein Frühauf Lendringsen und der Schiffsmodellbauclub Menden mieten Gebäudeteile und das ehemalige Schwimmbecken. Beide haben sich laut Stadtverwaltung darauf geeinigt, dass die Angler algenfressende Fische im Wasser aussetzen. Die können das Wasser reinigen. Der SMC übernähme die Verkehrssicherungspflicht am Becken.

Mit diesem Nutzungskonzept wären drei andere Ideen vom Tisch. Einerseits hatte die Fraktion der USF beantragt, das Naturbad zu erhalten und dafür einen Betreiber zu suchen. Das war zwar bereits einmal gescheitert, aber die USF hatte Wert auf einen zweiten Versuch gelegt. Die Suche der Verwaltung war aber erneut erfolglos. Auch der Förderverein Freizeitzentrum Biebertal lehnte den Weiterbetrieb des Naturbades aus Kostengründen ab. Gescheitert ist ferner die Option, eine Saunalandschaft im Naturbad anzulegen. Der einzige Kaufinteressent hat sein Angebot zurückgezogen – weil „die Finanzierung nicht gesichert werden kann“, teilt die Stadtverwaltung dem ISM-Ausschuss in den Sitzungsunterlagen mit.

Im Rennen war drittens auch noch die Idee, das Naturbadgelände ins das Freizeitzentrum zu integrieren. Von dieser Variante rät die Stadtverwaltung aber ab. Vor allem wegen der Wasserfläche: Die müsste für viel Geld instand gehalten und aus Haftungsgründen abgesichert werden, damit niemand ohne Aufsicht schwimmen gehen kann.

Unter dem Strich empfiehlt die Verwaltung deshalb die Verpachtung des Naturbades an die drei Vereine und den Verkauf eines Teils an die Firma ATB. Bei diesem Vorgehen würde die Stadt einmalig Geld über den Teilverkauf einnehmen und Jahr für Jahr Pachteinnahmen erzielen. Das Gelände bliebe aber im Eigentum der Stadt Menden.