Angeklagter gesteht Besitz von Kinderpornos

In dem angelegten Ordner „Verbotene Dateien“ archivierte der Angeklagte seine kinderpornografischen Filme.
In dem angelegten Ordner „Verbotene Dateien“ archivierte der Angeklagte seine kinderpornografischen Filme.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bei Ermittlungen wegen übler Nachrede beschlagnahmte die Polizei die Rechner und Festplatten des Angeklagten. Dort machten sie unter den 60.000 Dateien auch eine kleine Sammlung von 17 Kinderpornos, mit übelsten Szenen aus.

Menden..  Necronomicon nannte sich der 39-jährige Angeklagte im Internet. Übersetzt bedeutet das „Buch der toten Namen“ und ist eine Schöpfung eines Horror-Autoren. Düster war auch die Anklage vor dem Amtsgericht: der 39-Jährige musste sich wegen des Besitzes von Kinderpornografie verantworten.

Ordner namens „Verbotene Dateien“

Das Konto des Angeklagten bei einem Internetportal wurde gesperrt. Daraufhin lud er sich ein Schadprogramm herunter und verschickte mehr als 19 000 Nachrichten, in denen er die Betreiber verunglimpfte. Deshalb beschlagnahmte die Polizei seine Rechner. Eine Anzeige wegen übler Nachrede stand ins Haus. Was die Beamten aber bei ihrer Recherche unter den 60 000 Dateien fanden, verschlug ihnen die Sprache. Der 39-jährige Alkoholsüchtige besaß eine Sammlung von 17 kinderpornografischen Videos.

Die Bildträger, die der Mendener alle ordentlich in dem Ordner „Verbotene Dateien“ archivierte, zeigten sexuelle Misshandlungen der übelsten Sorte, ausgeübt an sechs bis zwölf Jahre alten Kindern – größtenteils Mädchen. Zwischen 15 Minuten und zwei Stunden Laufzeit wies jede dieser Videodateien auf, in denen die Kinder zu extremen, sexuellen Praktiken von ihren erwachsenen Peinigern gezwungen wurden. Bei dem polizeilichen Verhör hatte der Angeklagte, der aufgrund von Panikattacken und Depressionen Frührente bezieht, noch bestritten, die Kinderpornos heruntergeladen zu haben.

In die extreme Richtung

Bei seiner Aussage vor Gericht gab er aber auch dieses Vergehen zu: „Es tut mir leid. Gemacht habe ich beides. Ich wollte niemandem schaden. Ich traue mich gar nicht, auf die Straße zu gehen und kleinen Kindern in die Augen zu sehen.“

Zur Verhandlung begleitet wurde er von einem Mitarbeiter des Blauen Kreuzes, einer Suchthilfestelle, an die er sich wegen seiner Alkoholsucht gewandt hatte. Dieser sagte über die Psyche des Angeklagten: „Solche Dinge macht er nur unter Alkoholeinfluss. Sobald er etwas getrunken hat, sieht man sein zweites Gesicht.“ Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das Videomaterial als „Filme, die schon in die extreme Richtung gehen“.

Dass er sich bisher nichts zu Schulden kommen ließ, bewahrte ihn vor einer härteren Strafe. Dennoch sind die neun Monate auf Bewährung, zu denen der 39-Jährige letztendlich verurteilt wurde, eine harte Strafe für einen geständigen Ersttäter. Das liegt vor allem an dem Inhalt der Filme. „Besonders gravierende, traumatische und entwürdigende Handlungen wurden an den Kindern vorgenommen“, urteilte Richter Martin Jung.