Angeklagte (39) sagte per Fax ab
14.02.2012 | 17:58 Uhr 2012-02-14T17:58:00+0100Menden.Die vermeintliche Tat liegt bereits fast acht Jahre zurück: Im Sommer 2004 soll eine heute 39-Jährige einem Mann am Eisborner Weg eine Tasche mit elf Päckchen Heroin übergeben haben. Gestern sollte das Verfahren vor der Kleinen Strafkammer am Landgericht Arnsberg beginnen. Doch die Angeklagte war nicht erschienen.
Ihr Verteidiger hatte am Morgen eine E-Mail seiner Kanzlei erhalten. Am Vorabend sei ein Fax eingetroffen. Darin schrieb die Angeklagte, die aus der Türkei anreisen sollte, dass sie am Flughafen das Bewusstsein verloren habe, gestürzt sei und sich dabei am Rücken verletzt habe. Sie könne nicht nach Deutschland kommen. Ein Attest eines Arztes war beigefügt.
Ein Zeuge war gestern ins Gericht gekommen. Auch er war aus der Türkei angereist. Er hatte ausgesagt, dass die Frau aus Menden ihm die Päckchen mit 5,5 Kilogramm Heroin übergeben hatte. Richter Erdmann fragte ihn, ob er zu einer späteren Verhandlung in einigen Monaten noch einmal nach Deutschland kommen könne. „Ich will aussagen“, so der Zeuge. „Ich habe ihretwegen im Knast gesessen.“ Seine Auslagen – Verdienstausfall, Anreise aus der Türkei, mögliche Taxifahrten – erstattete das Gericht.
Die nicht erschienene Angeklagte muss nun ein amtsärztliches Attest vorlegen. Die Verhandlung musste vertagt werden.
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