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Poenigeturm

Alter Turm ist Zukunftszeichen

19.07.2011 | 21:46 Uhr
Alter Turm ist Zukunftszeichen
Offizielle Einweihung des restaurierten Poenigeturms am Dienstag. Foto: Martina Dinslage

Menden.Ein uralter Turm stand im Mittelpunkt. Aber noch viel mehr als von der Vergangenheit war gestern Vormittag von der Zukunft die Rede, als der restaurierte Poenigeturm feierlich eröffnet und an die Mendener Bürger übergeben wurde.

Als alle Reden gehalten waren, da formierte sich schnell eine Warteschlange vor dem mehr als 600 Jahre alten Stadtturm, der nun endlich aus seinem Dornröschenschlaf erweckt worden ist. Alle wollten selbst erleben, wie der Turm von innen aussieht. Aber Geduld war gefragt, denn aus Sicherheitsgründe dürfen nur jeweils 15 Leute die Treppen hoch.

Zu dem ersten Trupp gehörten gestern Berthild Brunswicker und Renate Brenner. Die beiden sind Stadtführerinnen und werden bald hier ihre Führungen beginnen. Beide zeigten sich gestern begeistert: „Das ist eine ganz tolle Sache hier. Einfach schön.“ Und auch Menden-Urgestein Werner Frohne scheute mit seinen 80 Jahren die vielen Stufen nicht und konnte gleich auf der großen Schautafel auf der Plattform unter dem Dach das mittelalterliche Menden erklären. Hier soll bald auch das beliebte Menden-Modell seine Platz finden, das derzeit noch im Rathaus-Foyer steht.

Bevor der Turm gestern – nach der inoffiziellen Eröffnung während des Stadtwerke-Tages vor eineinhalb Wochen – zum ersten Mal auch erlebbar wurde, würdigten mehrere Redner das Engagement der Mendener Stiftung Denkmal und Kultur mit ihren Protagonisten Peter Hoppe und Jan Dirk Hartmann.

Für Hoppe war es eine Selbstverständlichkeit, dass gestern auch Kinder zum Eröffnungsprogramm gehörten: Die Mädchen des Kindergartens „Kleine Freunde“ präsentierten einige Tänze. Denn der Poenigeturm, so Hoppe, sei renoviert worden „für die Generationen, die nach mir kommen“. Und er nahm sogar eine Anleihe beim legendären John F. Kennedy, als er die Mendener aufrief, das Projekt Poenigeturm zum Anlass zu nehmen, sich selbst zu fragen, was jeder selbst für die Stadt tun könne.

Doch gerade diesen Grundsatz sieht die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag in Menden angesichts der Restaurierung aus Spenden und Spendengeldern schon weit entwickelt: „Die Mende ner sagen nicht, es müsste mal etwas getan werden, sie machen es einfach.“ Der Poenigeturm sei ein zukunftsweisendes Projekt: „Denn Städte, die etwas aus sich machen, haben mehr Chancen.“

Das sah auch Bürgermeister Volker Fleige so, indem er die Verbindung zog zwischen der Einweihung des Poenigeturms am Vormittag und der Infoveranstaltung am Abend zu dem geplanten Einkaufszentrum Nordwall, das nur wenige Meter entfernt entstehen soll: „Es ist ein besonderer Tag. Der zeitliche Zusammenhang war zwar so nicht geplant, aber es verbinden sich hier Historie und Moderne. Es bewegt sich etwas in Menden, Menden hat Fahrt aufgenommen.“

Dass er als Bürgermeister der Nothaushaltskommune Menden, die aus eigener Kraft nicht viel investieren kann, dank des Bürgerengagements schon wieder etwas eröffnen durfte, machte Volker Fleige sichtlich Spaß: „ Der Alte Rathausplatz war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.“

Zwei Ehrengäste durften sich über ein besonderes Geschenk freuen. Stadtwerke-Chef Helmut Heidenbluth und Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung, bekamen eine eigens angefertigte Zeichnung von Poenigeturm und Schmarotzerhaus von WP-Karikaturist Jürgen Tomiczek. Für die NRW-Stiftung, weil sie nach dem Teufelsturm und dem Schmarotzerhaus auch die Restaurierung des Poenigeturms mit 62 500 Euro unterstützt hatte (Grote: „Die Mendener verstehen es, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen“). Und für die Stadtwerke, weil sie in ihrem Jubiläumsjahr Hauptsponsorin des Restaurierung waren. Heidenbluth: „Dass es gut werden würde, wusste ich von Anfang an. Dass es so gut würde, konnte ich nicht ahnen.“

Michael Koch

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Kommentare
20.07.2011
18:34
Alter Turm ist Zukunftszeichen
von rr_aus_m | #1

Fehlt noch der Vermerk, arbeitendes Volk war aufgrund des festgelegten Termins nicht anwesend

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