Als wäre Queen zurückgekehrt

Das Publikum auf der Wilhelmshöhe aus dem Häuschen.
Das Publikum auf der Wilhelmshöhe aus dem Häuschen.
Foto: WP

Menden..  Was ist eines der Lieblingswörter eines Konzertveranstalters? AUSVERKAUFT. Wilfried Kickermann freute sich am Samstagabend auf der Wilhelmshöhe über den hervorragenden Zuspruch der Besucher. Nach fünf Jahren Pause fand die ultimative Queen-Revival-Band „God save the Queen“ ihren Weg endlich zurück nach Menden. Die fünf Musiker aus dem Rheinland sind ein Muss für jeden echten Queen-Fan. In einer gut zweistündigen Liveshow der Superlative setzten sie einer der größten Rockbands aller Zeiten ein Denkmal.

Samstagabend, 19.30 Uhr. Die Wilhelmshöhe ist voll, alle Plätze sind besetzt. Warum die Veranstaltung bestuhlt ist, verstehen viele Besucher nicht. Kaum, dass sich der Vorhang hebt, bricht Jubelgeschrei aus, die Menschen können es kaum noch erwarten. Nacheinander betreten die Bandmitglieder die Bühne, als Letzter kommt Frontmann Harry Rose raus. Auch wenn er selbst immer wieder betont, dass es niemals einen zweiten Freddie Mercury geben wird, so ist das Publikum dennoch gefangen. Denn Rose sieht nicht nur aus wie der legendäre Sänger, er klingt auch noch so. „Du machst die Augen zu und hörst Freddie“, schwärmt eine Besucherin.

Magische Momente

Sie spielen alle Hits von Queen, beim fünften Titel „You don’t fool me“ sitzt fast niemand mehr auf seinem Platz. Es ist schon fast magisch, was auf der Bühne abgeht. Harry Rose sucht immer wieder den Kontakt zum Publikum, setzt sich ab und zu an den Bühnenrand und klönt. „Es ist doch schon mal ganz schön, vom Sänger angespuckt zu werden“, scherzt Harry Rose über seine feuchte Aussprache. Er könne sich gut an Menden erinnern, habe aber vergessen, „dass das hier die größte Saunagemeinschaft Deutschlands ist“, lacht er, weil der Schweiß bereits nach kurzer Zeit in Strömen fließt. „Das hat man dann davon, wenn man geschminkt auf die Bühne geht und einem das Zeug in die Augen läuft“. Die Damen im Saal wissen, wovon er redet.

Bei „Living on my own“ kommen zwei sexy Tänzerinnen hinzu, der Saal tobt. Zwischendurch überprüft Harry Rose die Gesangsqualitäten seines Publikums und kommt zu dem Schluss „Oh, Ihr singt ja höher als ich“.

Die großen Balladen hat die Band natürlich auch drauf. Bei „Who wants to live forever“ greifen nicht wenige zum Taschentuch. Auch bei „The Show must go on“ erzittern viele. Es ist wirklich, als sei Freddie niemals gegangen. Nicht umsonst ist „God save the Queen“ eine der besten Queen-Revival-Bands auf dem Markt. Einen Staubsauger und einen knappen Minirock trägt Harry Rose zwar nicht, als er „I want to break free“ anstimmt, aber eine Federboa und einen Staubwedel hat er dabei. Für „We will rock you“ hüllt er sich stilecht in die britische Flagge.

Gegen 21.45 Uhr vermelden alle Theken im Saal, dass es kein Bier mehr gibt. Das hat es auch noch nicht gegeben. Nach „We are the champions“ soll Schluss sein, aber daraus wird nichts. Ohne Zugabe darf keiner nach Hause. „God save the Queen“ verabschieden sich mit „Too much love will kill you“. Bleibt zu hoffen, dass bis zum nächsten Besuch in Menden nicht wieder fünf Jahre vergehen.