„Als Politiker hat Herr Kruschinski Profil gezeigt“

Kreuztracht. In der Diskussion über die Äußerungen von Mirko Kruschinski bitte ich darum, nicht vorschnell den Stab über ihm zu brechen: Einerseits empfinde ich die Bezeichnung „katholische Folklore“ als äußerst respekt- und taktlos.

Auch zu beurteilen, in welchem Verhältnis die Zahl derer, die von Herzen glauben, denen gegenübersteht, die aus irgendwelchen

anderen Gründen Mitläufer sind, steht keinem Menschen zu.

Andererseits spricht Mirko Kruschinski mir aus der Seele, wenn er sagt, dass er lieber nicht an Veranstaltungen teilnimmt, als nur

um des Gesehen-Werdens teilzunehmen. Gerade in Bezug auf christliche Veranstaltungen ist so ein Verhalten definitiv als Heuchelei

zu bezeichnen, die aber jeder nur bei sich selbst und nicht bei Anderen feststellen kann.

Auch ich habe zusammen mit meinem Sohn an der Jugendprozession teilgenommen, obwohl ich Mitglied einer Freikirche bin. Ich empfinde es als eine gute Gelegenheit, sich damit auseinanderzusetzen, dass Gott seinen einzigen Sohn hingab, um die Schuld der Menschen stellvertretend für uns zu sühnen, damit alle, die daran glauben, ewiges Leben erhalten. Das ist auch eine Chance für diejenigen, die „sich das ganze Jahr über nicht in der Kirche sehen lassen“.

Obwohl Herr Kruschinskis Äußerungen zum Großteil unangemessen waren, hat er als Politiker aber auch mutig Profil gezeigt!