Akute Not: Sparkasse Menden muss fusionieren
26.05.2009 | 19:08 Uhr 2009-05-26T19:08:00+0200
Menden. Die Sparkasse Menden steckt in akuter Not und wird nicht mehr allein bestehen können. Sie muss fusionieren — und zwar schnell. Mit umliegenden Kreditinstituten hat es bereits Geheim-Gespräche gegeben.
Enorme Belastungen durch Problemkredite haben das Kreditinstitut in die enorme Schieflage gebracht. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Affäre, die Anfang vergangenen Jahres ans Licht der Öffentlichkeit gelangt war und bereits zum Rücktritt des gesamten Vorstands und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geführt hat. Die Sparkasse Menden hatte zwischen 2001 und 2003 mit Hilfe von externen Vermittlern massenweise Baufinanzierungen verkauft — vorwiegend an Spätaussiedler. Doch etwa 150 dieser Baufinanzierungen gelten als notleidend.
Den Schaden beziffert die Sparkasse auf 30 Millionen Euro. Die dafür notwendigen Abschreibungen haben die Eigenkapitalquote der Sparkasse schwer belastet, die entscheidend für die Vergabe von Krediten ist. Diese darf nur in einem bestimmten Verhältnis zum Eigenkapital erfolgen.
Inzwischen ist zudem klar, dass die gescheiterte Bau-Kredite nicht das einzige Problemfeld der Mendener Sparkasse sind — es gibt noch weitere Belastungen für das Eigenkapital. Sprich: Die Sparkasse kann nicht mehr ausreichend Kredite vergeben. Auch die gesetzlichen Maßgaben können wohl nicht mehr eingehalten werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und der Sparkassen-Verband Westfalen-Lippe machen nun Druck und fordern die Fusion.
In welcher Größenordnung die Sparkasse Menden schon in den vergangenen Jahren stille Reserven herangezogen hat, um in der Bilanz ein Plus präsentieren zu können, vermochte der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Düpmann nicht zu sagen.
Zwei Dinge jedoch wurdenam Montag bei der Bilanzpressekonferenz festgehalten: Im vergangenen Jahr wurden für Wertberichtigungen 24,5 Millionen Euro fällig — die Baukredit-Affäre war daran „nur” mit 6,1 Millionen Euro beteiligt. Zweitens: Die Bank hat keinerlei Vorsorgereserven mehr! Für eine Sparkasse, die bei Kundeneinlagen und Aktivgeschäft sogar leicht zugelegt hat , heißt das: Die prognostizierten Risiken für 2009 von 20 Millionen Euro (erneut Baukredit-Affäre, weitere Kreditprobleme, West-LB-Belastung, Hönne-Insel) sind nicht abgeschirmt.
Weil die Handlungsoptionen mit der Stadt (stille Einlage, Trägerkapital) wohl nicht genehmigt werden, bleiben zwei Schritte. Nummer eins ist bereits geklärt: Die Westfälisch-Lippische Sparkassen-Förderungsgesellschaft sichert die 20 Millionen Euro ab. Nummer zwei: Dies ist eine gute Nachricht für eine eigenkapitalstarke Sparkasse, die Menden bei einer Fusion schlucken und mit neuen Reserven ausstatten würde.
Die letzten 13,5 Millionen Euro Sicherheiten inklusive Verkauf der Hauptstelle gingen für die Bilanz 2008 drauf, weitere 7,7 Millionen Euro wurden der Gewinnrücklage entnommen.
Noch einmal Zahlen: 2009 will Michael Düpmann die Baukredit-Affäre möglichst abschließen. Unter dem Strich prognostiziert er einen Schaden allein aus diesem Bereich von 30 Millionen Euro.
Aber andere Kredite gerade für Unternehmen waren in den vergangenen Jahren ebenfalls problematisch. „Man hätte das damals auch anders machen können”, sagte Düpmann zu neuen Standards, die für andere Banken längst normal seien. Nun seien die Abläufe den Erfordernissen angepasst, auch wenn Forderungen etwa nach Bürgschaften langjährige Kunden verblüffen könnten.
Zurück zur Fusion: Montagabend wurde der Stadtrat über das Zahlenmaterial informiert. Er soll noch vor Ende August eine Fusion beschließen, damit sie rückwirkend zum Jahreswechsel festgeschrieben werden kann. Noch vor den Sommerferien sollen daher Fusionsgespräche (z.B. mit Hagen, Unna, Arnsberg) zum Erfolg führen. Ein Zeitdruck, der Menden zu schaffen macht, nicht aber dem möglichen starken Partner. Eine Fusion solle ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehen, so Verwaltungsrat und Vorstand. Mit 215 Mitarbeitern sei man bereits schlank aufgestellt. Und wenn keine starke Sparkasse die Fusion will? Dann müsste der Stützungsfonds des Verbandes eintreten. Eine eher unwahrscheinliche Zukunftsmusik.
22:22
Hinsichtlich unserer Hilfestellung als sog. Immoh. bei Not leidenden Immo-Kreditnehmern war uns die Lage schon 2007 bekannt. In der Sparkasse kam man uns -vordergründig- entgegen. Man wolle Lösungen. Die bestanden darin, dass es Beschlüsse und Androhungen in 1/4 Mio.€-Höhe gab, Bespitzelungen, Verhöhnungen, Verunglimpfungen usw. Das beschämende Ende gab uns jedoch Recht. Leidtragende: Die Angestellten, die Kredit suchenden Kunden und die Immo-Geschädigten, welche oft nicht verstanden, was wirklich geschah.Und natürlich am Ende: der Steuerzahler. Bad-Bank
19:29
erinnert sich niemand an den tatsächlichen Aufklärer in dieser Sache?
19:05
Die Geldscheine sind ausgegangen, die Heiligenscheine auch !!
17:30
Unschuldsvermutung?
Was für Aufgaben hat eigentlich der Verwaltungsrat einer Sparkasse? Er „bestimmt die Richtlinien der Geschäftspolitik und überwacht die Geschäftsführung“, so heißt es im Gesetz hierzu. Richtlinienkompetenz? Wo ist denn solche von den Verwaltungsratsmitgliedern wahrgenommen worden? Von Überwachung der Geschäftsführung keine Spur.
An anderer Stelle des Gesetzes heißt es, dass sich die Mitglieder des Verwaltungsrates „regelmäßig zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Verwaltungsrat fortbilden“ sollen. Die Fortbildung war wohl vergeblich. – Wer übernimmt denn nun für solche Fehler die politische Verantwortung? Doch wohl die, die auch an anderer Stelle politische Führungsfunktionen haben!
Und nebenbei bemerkt: 400 EURO pro Sitzung – davon lebt mancher Hartz IV-Empfänger einen ganzen Monat.
23:16
@21 xxxx: Wo war denn die WP niveaulos und hat alles auf einen Mitarbeiter geschoben? Habe ich nicht mitbekommen. Da sind doch Ehrlich, Theobald und noch einer genannt worden?
22:19
Herr Terbeck, ich hoffe, die Ihnen von Frau Hettling zur Verfügung gestellten Auskünfte waren o.k. und haben ihren Wünschen entsprochen. Frau Hettling war so lieb und hatte mich entlastet, da ich aus beruflichen Gründen noch beschäftigt war.
MFG
Wolfgang Jürgens
16:58
Hallo Frau Hettling,
Sie haben meine Rückmeldung auf Ihrem FDP- Account.
Beste Grüße
Klaus Terbeck
15:29
Da kann man dem Mendener Bürger nur Recht geben !!!!
13:46
Hackt mal weiter auf Bettermann der FDP und dem couragierten Anwalt Vedder rum. Wer hat denn von Anfang an kritisiert und daran auch konsequent festgehalten? Der Verwaltungsrat, der Vorstand und die politischen Parteien allen voran Kehnen wohl nicht. Die haben nur immer verharmlost, verschwiegen, weggeschaut oder verdrängt. Jetzt stehen sie vor einem Scherbenhaufen, den sie nicht mehr bewältigen können. Hat schon mal einer gefragt, wer für den Schaden, den diese Herrschaften verursacht haben, aufkommt? Sicherlich nicht der ehrliche Bürger, sondern einzig wir, die Steuerzahler.
12:02
Gerechtigkeit siegt!
Man kann wohl doch nicht alles einem Mitarbeiter in die Schuhe schieben!
Auch wenn dies gerade von Seiten der Presse (sehr niveaulos hier auch die Berichterstattung der WP) so verfolgt wurde...