: Riesenwut: Brandstifter zerstört 100 Boote im Kanuclub
Menden. Der Vereinsschatz ist dahin. Bei einem Brand im Vereinsheim des Kanuclubs Menden (KCM) sind am Donnerstagmorgen gegen 5 Uhr alle Boote zerstört worden. Die Wut ist riesengroß: Einbrecher hatten das Feuer gelegt.
Auf Krücken humpelte Peter Küffner gestern Vormittag zum zerstörten Vereinsheim an der Ruhr in Schwitten. Eigentlich sollte der KCM-Vorsitzende nach einem Bandscheibenvorfall in der Reha-Klinik sein. Doch dort hielt es ihn nicht mehr. Im WP-Gespräch zeigte er sich kämpferisch: „Wir geben nicht auf.” Später, im SAT1-Fernsehen, brach die Wut durch: „Viele hier fühlen nur Hass.”
Hass auf den Einbrecher, der dem 100 Mitglieder zählenden Verein den größten Schlag seit der Möhnesee-Katastrophe im Zweiten Weltkrieg versetzt hat, als die Fluten der Ruhr das Vereinsheim mitgerissen hatten. Jetzt steht der 1930 gegründete Verein erneut vor dem Nichts: Das Vereinsheim wurde durch Feuer, Ruß und Löschwasser derart beschädigt, dass es wohl abgerissen werden muss.
Das trifft nicht nur die KCM-Mitglieder hart, sondern auch viele andere Mendener, denn das Clubhaus war ein beliebter Ort für Feste und Familienfeiern. „Wir hatten gerade alles renoviert. Gestern Abend haben wir noch eine Küche in den Keller getragen”, so Hans-Werner Brodrecht, der bei den Arbeiten immer an vorderster Front dabei war. „Da kommen einem die Tränen.”
So ging es auch den vielen anderen Vereinsmitgliedern, die sich gestern Vormittag an der Ruhr versammelten. So guckte Gerda Küffner traurig auf ein völlig zerstörtes Boot: „Mit dem ist mein Mann 1972 bei den Deutschen Meisterschaften gestartet.” Der Verlust der mehr als 100 Boote ist denn auch das Schlimmste für den Verein. Teilweise waren sie bis zur Unkenntlichkeit geschmolzen. Die Grundlage ihres Sports ist dahin, so schnell gibt es keinen Ersatz. Viele befürchten: Die kommende Saison ist bereits gelaufen.
Mindestens 1000 Euro kostet ein neues Boot, manche auch 4000 bis 6000 Euro. Dazu kommt noch Zubehör wie Paddel und Spritzdecken. Enorme Werte sind vernichtet worden, die Polizei schätzt den Schaden auf 300 000 Euro. Die Brandsachverständigen haben gestern vor Ort viele mögliche Spurenträger gesichert. Sie sollen nun auf mögliche DNA-Spuren untersucht werden, um den Einbrecher und Brandstifter zu fassen.
„Bei uns ist schon mehrmals eingebrochen worden”, so der zweite Vorsitzende Frank Briese. Dabei gibt es — von den wertvollen Booten abgesehen — wenig zu holen. So fiel den Mitgliedern gestern auch als erstes auf, dass lediglich ein Bollerwagen verschwunden war. Vielleicht ist der Zeugen aufgefallen. Auch sonst hofft die Polizei auf Hinweise: 02373/9090-0.
Gegen 5 Uhr war das Feuer entdeckt worden. Die hauptamtliche Wache Menden und der Löschzug Nord (Halingen, Schwitten, Bösperde) kämpften — teils unter Atemschutz — gegen die Flammen.


























